Die Jungen kamen mit dem Pferd nach, jetzt sahen sie die Maschine, und sie hielten jäh an. Das war die erste Mähmaschine hier im Ödland, die erste auch im Dorfe, rot und blau, prachtvoll anzusehen. Der Vater, das Oberhaupt aller, rief gleichgültig und ganz wie sonst: Kommt her und spannt das Pferd vor diese Mähmaschine! — Die Söhne spannten ein.
Dann fuhren sie, der Vater fuhr. Brr! sagte die Maschine und mähte das Gras nieder. Die Söhne hinterher, ohne etwas in den Händen, ohne zu arbeiten, lächelnd. Jetzt hielt der Vater an und sah zurück — na, es könnte besser gemäht sein. Er schraubte an ein paar Stellen, um die Messer näher an den Boden zu legen, und probierte wieder. Nein, so wird ungleich gemäht, uneben gemäht. Die Scheide, an der alle Messer sind, wackelt ein wenig auf und nieder. Vater und Söhne wechselten ein paar Worte. Eleseus hat die Gebrauchsanweisung gefunden und liest darin.
Da steht, daß du dich auf den Sitz setzen sollst, Vater, dann gehe die Maschine ruhiger, sagt er. — So, versetzte der Vater. Ja, das weiß ich wohl, fügte er hinzu, ich habe alles genau studiert. — Er setzt sich auf den Sitz und fährt wieder, nun geht es ruhig. Aber plötzlich mäht die Maschine nicht mehr, nein, alle Messer stehen auf einmal still. Ho! Was nun? Der Vater springt vom Sitz herunter, aber jetzt ist er nicht mehr übermütig, sondern beugt ein kummervolles, fragendes Gesicht über die Maschine. Vater und Söhne starren diese an; etwas ist verkehrt. Eleseus hat die Gebrauchsanweisung in der Hand. — Da liegt ein kleiner Bolzen! sagt Sivert, indem er ihn vom Boden aufhebt. — Ach so, es ist gut, daß du ihn gefunden hast, sagt der Vater, als wäre das alles, was er brauchte, um die Maschine wieder in Ordnung zu bringen. Gerade diesen Bolzen habe ich gesucht. — Aber nun konnten sie das Loch nicht finden; wo zum Kuckuck war das Loch zu dem Bolzen? Da, sagt Eleseus und deutet mit dem Finger.
Und jetzt mußte sich Eleseus wohl der Sache etwas gewachsen fühlen, seine Fähigkeit, eine Gebrauchsanweisung zu erforschen, war hier unersetzlich; er deutete überflüssig lange auf das Loch und sagte: Nach der Illustration zu verstehen, muß der Bolzen hier hinein! — Jawohl muß er hier hinein, sagte auch der Vater, da hatte ich ihn ja eingesetzt! Und um seine Autorität wieder herzustellen, befahl er Sivert, nach noch weiteren Bolzen im Gras zu suchen. Es muß noch einer da sein, sagte er mit ungeheuer wichtiger Miene, wie wenn er alles im Kopf hätte. Findest du keinen mehr? Na, dann sitzt er wohl noch in seinem Loch!
Dann wollte der Vater wieder fahren.
Aber das ist falsch! ruft Eleseus. Oh, Eleseus steht mit der Zeichnung in der Hand, mit dem Gesetz in der Hand da, ihn darf man nicht auf die Seite schieben. Diese Feder hier muß außen sein! — Ja? fragt der Vater. — Jawohl, aber jetzt ist sie unten, du hast sie unten hingesetzt. Es ist eine Stahlfeder, die muß außen sein, sonst springt der Bolzen wieder heraus, und dann stehen alle Messer still. Hier steht es auf der Abbildung! — Ich habe meine Brille nicht bei mir, deshalb kann ich die Zeichnung nicht deutlich sehen, sagte der Vater kleinlauter. Hier, du hast bessere Augen, schraube du die Feder ein. Aber mach es nun richtig. Wenn es nicht so weit wäre, würde ich meine Brille holen.
Jetzt ist alles in Ordnung, und der Vater sitzt auf. Eleseus ruft ihm nach: Und dann mußt du ein bißchen schnell fahren, dann schneiden die Messer besser! Hier steht es!
Isak fährt und fährt, und alles geht gut, und Brr! sagt die Maschine. Sie hinterläßt einen breiten Weg von gemähtem Gras, in einer schönen Linie liegt es da, fertig zum Ausbreiten. Jetzt kann man Isak vom Hause aus sehen, und alle Frauenzimmer eilen heraus. Inger trägt die kleine Rebekka auf dem Arm, obgleich die kleine Rebekka längst laufen kann. Aber jetzt kommen sie daher, vier Frauenzimmer, große und kleine, und sie eilen mit weit aufgerissenen Augen zu dem Wunderwerk hin, sie umdrängen es. Oh, wie mächtig Isak jetzt ist und richtig stolz; frei auf der Maschine droben sitzt er, im Sonntagsgewand, in vollem Staat, in Rock und Hut, obgleich ihm der Schweiß von der Stirne tropft. Er fährt in vier großen Winkeln über ein passendes Wiesenstück, schwingt um, fährt, mäht, kommt an den Frauen vorüber, die wie aus den Wolken gefallen sind, sie begreifen es nicht, und Brr! sagt die Maschine.
Dann hält Isak an und steigt herunter. Seht, er sehnt sich gewißlich danach, zu hören, was die Menschen auf der Erde sagen, was sie jetzt wohl sprechen werden! Er hört leise Ausrufe, die Menschen wollen ihn auf seinem großen Posten nicht stören, aber sie stellen ängstliche Fragen aneinander, und diese Fragen hört Isak. Und jetzt, um ein freundliches väterliches Oberhaupt für alle zu sein, muntert Isak sie auf, indem er sagt: Ja, ja, ich mähe nun dieses Wiesenstück, dann könnt ihr das Heu morgen ausbreiten. — Du hast wohl gar keine Zeit, hereinzukommen und zu essen? fragt Inger überwältigt. — Nein, ich habe jetzt anderes zu tun, erwidert er.