Nun geht Isak wieder fort, nur bis an die Grenze des Grundstücks, aber jedenfalls fort. Er ist sehr geheimnisvoll und will allein sein. Die Sache ist die, er ist heute mit einer dritten Neuigkeit vom Dorf zurückgekommen, und diese dritte ist größer als die beiden anderen, sie ist ungeheuer groß; er hat sie am Waldessaum versteckt. Da steht sie, in Sackleinwand und Papier eingebunden. Er packt sie aus, und es ist eine große Maschine. Seht, sie ist rot und blau, wunderbar, mit vielen Zähnen und vielen Messern, mit Gelenken, mit Armen, Rädern, Schrauben, eine Mähmaschine. Natürlich wäre das neue Pferd nicht gerade an diesem Tag geholt worden, wenn es nicht wegen der Mähmaschine hätte sein müssen.
Isak steht mit einem ungeheuer scharfsinnigen Gesicht da und versucht, die Gebrauchsanweisung, die der Kaufmann ihm vorgelesen hatte, von einem Ende zum andern aus seinem Gedächtnis hervorzuholen; er befestigt eine Stahlfeder da und schiebt dort einen Bolzen ein, dann ölt er jedes Loch und jede Ritze, dann sieht er das Ganze noch einmal nach. Noch nie hat Isak einen solchen Augenblick erlebt. Eine Feder in die Hand nehmen und sein Hauszeichen unter ein Dokument setzen — jawohl, auch das ist eine große Gefahr und Schwierigkeit. Ebenso mit dem Reolpflug, der viele gebogene Messer hat, die ineinandergreifen müssen. Und dann die große Kreissäge im Sägewerk, die haargenau in ihrem Lager ruhen muß und nicht nach Ost und West ausweichen oder gar herausspringen darf. Aber die Mähmaschine — ein wahres Elsternest aus stählernen Zweigen und Haken und Vorrichtungen und Hunderten von Schrauben. Oh, Ingers Nähmaschine war nur eine Kleinigkeit dagegen!
Dann spannte sich Isak selbst vor und probierte die Maschine. Das war gerade der große Augenblick. Deshalb wollte er zuerst im verborgenen mit der Maschine bleiben und auch sein eigenes Pferd sein.
Denn wie, wenn nun die Maschine falsch zusammengesetzt war und ihre Arbeit nicht verrichtete, sondern mit einem Knall zersprang? Aber das geschah nicht, die Maschine mähte Gras. Das würde auch gerade noch fehlen! Isak hatte hier in tiefes Studium versunken stundenlang gestanden, die Sonne war indessen untergegangen. Wieder spannt er sich vor und probiert, die Maschine mäht Gras. Das fehlte auch gerade noch!
Als gleich nach dem heißen Tag der Tau fiel und die beiden Brüder, jeder mit seiner Sense, auf der Wiese standen, um für den nächsten Tag zu mähen, tauchte Isak bei den Häusern auf und sagte: Hängt eure Sensen heute abend nur wieder hinein. Ihr könnt das neue Pferd anschirren und mit ihm hinüber an den Wald kommen.
Damit ging aber Isak nicht ins Haus hinein, um sein Abendbrot zu essen, was die andern schon getan hatten, sondern er drehte auf dem Hofplatz gleich wieder um und ging aufs neue dahin, woher er gekommen war.
Sollen wir den Karren anspannen? rief ihm Sivert nach.
Nein, antwortete der Vater und ging weiter.
Er strotzte förmlich von Geheimniskrämerei und war ganz übermütig, bei jedem Schritt wiegte er sich in den Knien, so nachdrücklich schritt er dahin. Ging es dem Tod und Untergang entgegen, so war er jedenfalls ein mutiger Mann, er trug nichts in den Händen, mit dem er sich hätte verteidigen können.