Na, das war vielleicht ein bißchen wenig, ich griff noch einmal in die Tasche.

Nein, Mutter, es war ein Zehner, sagt Petter. Und das ist zuviel, du mußt etwas herausgeben.

Die Alte öffnet die Hand, sieht den Schein an und tut auf einmal sehr erstaunt:

Ja, sagte ich denn nicht, es sei ein Zehner! Ich sah ihn nicht so genau an. Ja, dann also vielen Dank.

Der Ersatzmann begann in seiner Verlegenheit mit den zwei Burschen über die Neuigkeiten in der Zeitung zu sprechen: ein arges Unglück, die Hand in der Dreschmaschine zerquetscht. Die Mädchen taten, als sähen sie mich nicht, in Wirklichkeit aber saßen sie da wie zwei Katzen, mit kurzen Hälsen und messerschmalen Augen. Wozu noch länger dableiben? — Lebt wohl.

Die Frau kommt mir auf dem Gang nach und will mir gut zureden:

Du könntest uns den Gefallen tun und uns die eine Weinflasche leihen, sagt sie. Es ist so dumm, weil die beiden Burschen dasitzen.

Lebwohl! sage ich nur und bin vollkommen unnahbar.

Ich trug den Sack auf dem Rücken und die Nähmaschine in der Hand, sie war schwer, und der Weg weich; aber trotzdem ging ich mit leichtem Herzen. Das war eine dumme Geschichte gewesen, und ich mußte zugeben, daß ich mich ein wenig schäbig benommen hatte. Schäbig? Keineswegs! Ich bildete ein kleines Komitee mit mir selbst und führte an, daß diese verdammten Mädchen mit meinem Wein ein Fest für ihre Liebsten hatten abhalten wollen. Jawohl. Aber war nicht mein Ärger im Grund nur der Ausbruch männlicher Rivalität gewesen: Wären statt der zwei Burschen zwei junge Mädchen eingeladen worden, wäre da nicht der Wein munter geflossen? Sicherlich! Der alte Kerl, sagte sie. Aber hatte sie nicht recht? Ich mußte wohl schon alt geworden sein, weil ich es nicht mehr ertragen konnte, um eines Pflugbauern willen beiseite gesetzt zu werden .....

Aber mein Ärger verlor sich auf dem mühsamen Weg, das Komitee wurde aufgelöst, und Stunde auf Stunde schleppte ich meine lächerliche Bürde, drei Flaschen Wein und eine Nähmaschine mit mir. Das Wetter war mild und neblig, ich sah die Lichter von den Höfen nicht, ehe ich ganz nahe war; da fuhren dann immer die Hunde auf mich los und hinderten mich daran, in eine Scheune mich einzuschleichen. Es wurde später und später, ich war müde und traurig und machte mir auch Sorgen über die Zukunft. Hätte ich doch nicht soviel Geld für nichts und wieder nichts vergeudet. Ich wollte jetzt die Nähmaschine verkaufen, wollte sie wieder zu Geld machen.