Ich zeigte ihm meine Geldscheine.
Gut. Sehen Sie, ich gehöre hier zur Obrigkeit und muß über meine Leute Bescheid wissen. Aber freilich, Sie haben nichts auf dem Gewissen, wenn Sie zum Lensmann kommen, hahaha. Wie gesagt, Sie können sich heute noch ausruhen und dann morgen in den Wald gehen.
Ich bereitete mich auf den morgigen Tag vor, sah meine Kleider nach, feilte die Säge, schliff meine Axt. Handschuhe hatte ich keine, aber das Wetter war ja auch noch nicht dazu angetan, und sonst fehlte mir nichts.
Der Lensmann kam mehrere Male zu mir heraus und schwätzte mit mir über alles mögliche, es machte ihm wohl Spaß, sich mit mir zu unterhalten, weil ich ein fremder Wanderer war. Komm her, Margarethe! rief er seiner Frau zu, die über den Hofplatz ging. Da ist der neue Mann. Ich lasse ihn Brennholz machen.
30.
Es war uns nicht vorgeschrieben worden, aber wir begannen nach eigenem Gutdünken nur Bäume mit vertrocknetem Gipfel zu schlagen, und der Lensmann sagte am Abend, daß es so recht sei. Übrigens würde er uns morgen selbst alles anweisen.
Ich begriff bald, daß diese Arbeit nicht bis Weihnachten dauern würde. So, wie Wetter und Erdboden jetzt waren, mit Frost in den Nächten und ohne Schneefall, schlugen wir jeden Tag eine Masse Bäume um, und es gab keine Hindernisse, die uns aufgehalten hätten. Selbst der Lensmann fand, daß wir Teufelskerle seien bei dieser Waldarbeit, hahaha. Es war leicht, bei diesem alten Mann zu arbeiten, er kam oft zu uns in den Wald und war guter Laune, und da ich ihm seinen Scherz nicht zurückzugeben pflegte, glaubte er wohl, ich sei ein langweiliger aber zuverlässiger Kerl. Er ließ mich jetzt auch Briefschaften zur Post bringen und von dort holen.
Es gab keine Kinder auf dem Hof und auch keine jungen Menschen, außer den Mädchen und dem einen Knecht. An den Abenden wurde die Zeit oft ein bißchen lang. Um mich zu zerstreuen, nahm ich Zinn und Säuren und verzinnte einige alte Töpfe in der Küche. Doch war das bald getan. So verfiel ich eines Abends darauf, folgenden Brief zu schreiben:
Ach, dürfte ich doch dort sein, wo Sie sind, dann würde ich für zwei arbeiten!
Am nächsten Tag sollte ich für den Lensmann zur Post, da nahm ich auch meinen Brief mit und sandte ihn ab. Ich war sehr unruhig, der Brief sah noch dazu ziemlich ärmlich aus, denn ich hatte das Papier vom Lensmann erhalten und mußte seinen aufgedruckten Namen auf dem Umschlag mit einem ganzen Streifen Briefmarken verkleben. Wer doch wüßte, was sie sagen wird, wenn sie den Brief bekommt. Es stand kein Name und kein Ort darin.