Dann arbeiten wir wieder im Wald, der junge Knecht und ich, reden von unseren kleinen Angelegenheiten, plagen uns ehrlich und redlich und kommen gut miteinander aus. Die Tage vergingen. Leider sah ich schon das Ende der Arbeit nahen, hatte aber noch eine kleine Hoffnung, daß der Lensmann etwas anderes für mich finden würde, wenn die Waldarbeit zu Ende wäre. Kommt Zeit, kommt Rat. Nur ungern wollte ich vor Weihnachten wieder auf die Wanderung.

Da stehe ich eines Tages wieder in der Post und bekomme einen Brief. Ich begreife nicht, daß er an mich gerichtet ist und drehe und wende ihn unschlüssig hin und her. Der Posthalter aber, der mich jetzt kennt, liest die Adresse noch einmal und sagt, daß dies mein Name sei, und daß darunter die Adresse des Lensmannes stehe. Plötzlich durchzuckt mich ein Gedanke, und ich greife nach dem Brief. Ja, er gehört mir, ich vergaß ..... es ist ja wahr .....

Und in meinen Ohren läuten Glocken, ich eile auf die Straße hinaus, öffne den Brief und lese:

Schreiben Sie mir nicht —

Ohne Namen, ohne Ort, aber so klar und wunderbar. Das erste Wort war unterstrichen.

Ich weiß nicht, wie ich heimkam. Ich weiß nur noch, daß ich auf einem Meilenstein saß und den Brief las und ihn in die Tasche steckte, worauf ich bis zu einem anderen Meilenstein ging und wiederum dasselbe tat. Schreiben Sie nicht. Aber durfte ich denn also kommen und vielleicht mit ihr sprechen? Dieser kleine hübsche Bogen Papier und diese flüchtigen, feinen Buchstaben! Ihre Hände hatten diesen Brief gehalten, er hatte unter ihren Augen gelegen, ihren Atem gefühlt. Und am Schluß war ein Gedankenstrich, der eine Welt bedeuten konnte.

Ich kam nach Hause, lieferte die Post ab und ging in den Wald. Die ganze Zeit träumte ich und betrug mich wohl ganz unbegreiflich für meinen Kameraden, der mich ein über das andere Mal einen Brief lesen und ihn wieder zwischen meinen Geldscheinen verwahren sah.

Wie schnell hatte sie mich gefunden! Sie hatte wohl den Briefumschlag gegen das Licht gehalten und den Namen des Lensmannes unter den Marken gelesen, dann hatte sie ihren herrlichen Kopf geneigt und gedacht: Er arbeitet jetzt auf Hersaet beim Lensmann .....

Als wir am Abend wieder zu Hause waren, kam der Lensmann zu uns heraus, sprach über Verschiedenes und fragte:

Haben Sie nicht gesagt, Sie hätten bei Kapitän Falkenberg auf Övrebö gearbeitet?