Doch, zum Teufel, sie waren gute Freunde. Genau wie früher. Am letzten Samstag weinte sie den ganzen Tag.
Wer hätte geglaubt, daß es so kommen würde, sie sind doch gewiß rücksichtsvoll und rechtschaffen gegeneinander, sage ich und laure auf seine Antwort.
Aber sie haben sich so dick, sagt Falkenberg in seinem Valdresschen Dialekt. Sie hat auch schon sehr verloren, in der kurzen Zeit, seit du fort warst, ganz bleich und mager ist sie geworden.
Mehrere Stunden lang saß ich in unserer Dachstube und behielt das Hauptgebäude von meinem Fenster aus im Auge, aber der Kapitän zeigte sich nicht. Warum kam er nicht heraus? Es war aussichtslos, noch länger zu warten, ich mußte fort, ohne mich beim Kapitän entschuldigt zu haben. Ich hätte freilich gute Gründe zu meiner Verteidigung vorbringen können, hätte alles auf den ersten Artikel in der Zeitung schieben können, der mich ein wenig größenwahnsinnig gemacht habe, was ja auch richtig war. Jetzt konnte ich nichts anderes tun, als meine Maschine zusammenpacken, sie so gut als möglich mit meinem Sack zu verdecken und mich auf die Wanderschaft begeben.
Emma war in der Küche und stahl etwas Essen für mich, ehe ich fortging.
Wieder hatte ich einen langen Marsch vor mir. Zuerst mußte ich zum Pfarrhof, der im übrigen beinahe an meinem Weg lag. Und von dort aus zur Bahnstation. Es fiel ein wenig Schnee, der das Gehen erschwerte, und ich konnte mir nicht Zeit lassen, wie ich wollte, sondern mußte aus allen Kräften marschieren: die Damen in der Stadt wollten nur Weihnachtseinkäufe machen, und sie hatten bereits einen guten Vorsprung.
Am folgenden Nachmittag kam ich auf den Pfarrhof. Ich hatte mir ausgedacht, daß es am besten sei, wenn ich mit der Frau Pfarrer sprechen könnte.
Ich bin auf dem Wege zur Stadt, sagte ich zu ihr, und schleppe eine Maschine mit, darf ich die schwersten Holzteile hier einstellen?
Du willst in die Stadt? fragt die Pfarrerin. Aber du wirst doch wohl bis morgen bei uns bleiben?
Nein, vielen Dank, ich muß morgen in der Stadt sein.