Als sei ich schon früher einmal dort gewesen.

Aber vielleicht bin ich einmal aus einer anderen Zeit und aus einem anderen Land, wo der Wald und die Wege die gleichen waren, dorthin gekommen. Vielleicht war ich eine Blume im Wald, oder ein Käfer, der auf einer Akazie saß und daheim war.

Und jetzt bin ich hierher gekommen. Vielleicht habe ich den langen Weg als Vogel zurückgelegt. Oder ich war ein Kern in irgendeiner Frucht, die ein persischer Kaufmann gesandt hat .....

Seht, jetzt bin ich fort vom Lärm und Gedränge der Stadt, von Zeitungen und Menschen, vor all dem bin ich geflohen, weil mich das Land und die Einsamkeit, aus denen ich gekommen war, wieder riefen. Du wirst sehen, es geht gut! denke ich und hoffe das Beste. Ach, schon einmal früher habe ich so die Flucht ergriffen, und bin dann doch wieder in die Stadt zurückgekehrt. Und bin wieder geflohen.

Jetzt aber habe ich den festen Vorsatz, um jeden Preis Frieden zu erlangen. Ich habe mich vorläufig hier in einer Hütte eingemietet, und die alte Gunhild ist meine Hausfrau.

Die Vogelbeerbäume stehen mit reifen Korallenbeeren rings im Nadelwald, in schweren Trauben fallen die Früchte schon dumpf zur Erde. Sie ernten sich selbst und säen sich wiederum selbst, ein unglaublicher Überfluß wird jedes Jahr verschwendet; an einem einzigen Baum zähle ich über dreihundert Trauben. Und rings an den Abhängen stehen noch eigensinnige Blumen, die durchaus noch nicht sterben wollen, obwohl ihre Zeit eigentlich vorbei ist.

Aber auch die Zeit der alten Gunhild ist vorbei, und doch stirbt sie nicht! Sie tut, als ginge der Tod sie nichts an. Wenn die Fischer drunten am Strand arbeiten und die Fischreusen teeren oder die Boote anstreichen, geht die alte Gunhild mit erloschenen Augen, aber mit dem listigsten Kaufmannssinn zu ihnen hin:

Was kosten heute die Makrelen? fragt sie.

Das gleiche wie gestern, lautet die Antwort.

Dann könnt Ihr sie behalten!