Ich sägte draußen auf dem Gang mein Loch und brachte alles in Ordnung, die gnädige Frau war die ganze Zeit dabei. Sie wollte so gerne sprechen, sich erklären, aber sie lachte und weinte in einemfort.

Ich sagte:

Sollten wir nicht auch das Bild, das über Ihrem Bett war, umhängen?

Ja, du hast recht, antwortete die gnädige Frau.

11.

Dann war die ganze Leitung angelegt und die Hähne waren eingeschraubt; das Wasser spritzte mit großer Kraft in das Becken. Grindhusen hatte sich an anderer Stelle die notwendigen Werkzeuge geliehen, so daß wir die verschiedenen Löcher da und dort zumauern konnten, und als wir ein paar Tage später auch den Graben zum Brunnen wieder zugeworfen hatten, war unsere Arbeit auf dem Pfarrhof beendigt. Der Pfarrer war zufrieden, er erbot sich, an dem roten Pfosten ein Plakat anzuschlagen, daß wir Meister im Anlegen von Wasserleitungen seien. Da es aber schon spät im Jahre war, und der Frost jederzeit kommen konnte, hatte dies keinen Wert mehr für uns. Statt dessen baten wir ihn, sich im Frühjahr unser zu erinnern!

Wir zogen nun zum Nachbarhof hinüber, um Kartoffeln zu ernten. Vorher aber hatten wir noch versprechen müssen, uns im Pfarrhof wieder sehen zu lassen, wenn es sich gerade so gäbe.

An dem neuen Platz waren viele Leute, wir teilten uns in die Arbeit und hatten es schön und lustig. Aber das Ganze sollte kaum länger als eine Woche dauern, dann waren wir wieder frei.

Eines Abends kam der Pfarrer zu uns herüber und bot mir einen Platz als Knecht auf dem Pfarrhof an. Das Angebot war gut, und ich dachte einige Zeit darüber nach, entschloß mich dann aber doch, es abzuschlagen. Lieber wollte ich umherstreifen und mein eigener Herr bleiben, die Arbeit tun, die sich gerade bot, im Freien schlafen und mir selbst ein klein wenig zum Rätsel sein. Ich hatte hier auf dem Kartoffelacker einen Mann kennengelernt, mit dem ich mich zusammentun wollte, wenn Grindhusen und ich uns trennten. Der neue Mann war ein Gleichgesinnter und soviel ich von ihm sah und hörte, begriff ich auch, daß er ein guter Arbeiter war; Lars Falkberget hieß er, weshalb er sich Falkenberg nannte.

Jung-Erik war unser Vormann und Leiter bei der Kartoffelernte und fuhr den Ertrag ein. Er war ein schöner, zwanzigjähriger Bursche, reif und zuverlässig für sein Alter und stolz als Sohn des Hofes. Es herrschte wohl ein Einverständnis zwischen ihm und Fräulein Elisabet vom Pfarrhof, denn sie kam eines Tages zu uns auf das Feld und plauderte eine gute Weile mit ihm. Als sie ging, richtete sie auch ein paar Worte an mich: Oline fange nun an, sich mit der Wasserleitung daheim abzufinden.