Es ging gut, ungewöhnlich gut; wir ritten eine lange Meile und kamen in eine andere Gemeinde. Plötzlich hörten wir Leute vor uns auf dem Weg.
Jetzt müssen wir Galopp reiten, rief Falkenberg zu mir zurück.
Aber der lange Falkenberg war kein Held im Reiten, er hielt sich am Glockenriemen fest, später warf er sich vornüber und umklammerte den Hals des Pferdes. Einmal sah ich sein eines Bein gegen den Himmel, das war, als er herunterfiel.
Wir liefen glücklicherweise keine Gefahr, es waren nur zwei junge Leute, die spazierengingen und schwärmten.
Nachdem wir eine halbe Stunde geritten und beide mürbe und zerschlagen waren, stiegen wir ab und jagten die Pferde heim. So waren wir nun wieder zu Fuß.
Gakgak, Gakgak! schreit etwas weit weg. Ich kannte den Ton, es war die Wildgans. Als Kinder hatten wir gelernt, die Hände zu falten und still zu stehen, damit wir die Wildgans nicht erschrecken sollten, wenn sie vorbeizog — ich habe nichts zu versäumen und mache es so wie in meiner Kindheit. Eine weiche, mystische Stimmung durchflackert mich, ich halte den Atem an und starre vor mich hin. Da kommen sie, der Himmel liegt hinter ihnen wie ein Kielwasser. Gakgak! schreit es über unsern Köpfen. Und der herrliche Flug gleitet unter den Sternen weiter .....
Schließlich fanden wir auf einem stillen Hof eine Scheune und schliefen dort mehrere Stunden; am Morgen überraschten uns die Hofleute, so tief schliefen wir.
Falkenberg wandte sich sofort an den Bauern und bot Bezahlung an. Wir seien gestern abend so spät gekommen, daß wir niemand hätten wecken wollen, erklärte er, aber wir seien keine Ausreißer. Der Mann wollte keine Bezahlung annehmen, sondern ließ uns noch obendrein in der Küche Kaffee geben. Arbeit aber hatte er nicht für uns, die Ernte war jetzt vorbei, und er und sein Knecht hatten selbst nichts anderes zu tun, als die Zäune in Ordnung zu bringen.
13.
Drei Tage lang wanderten wir und konnten keine Arbeit bekommen, wir mußten im Gegenteil für Essen und Trinken bezahlen und wurden mit jedem Mal ärmer.