Was ist jetzt dir und mir noch geblieben? Auf diese Weise kommen wir nicht vorwärts, sagte Falkenberg und schlug vor, wir müßten anfangen ein wenig zu stehlen.

Wir überlegten uns das eine Weile und beschlossen noch abzuwarten. Um das Essen brauchte uns nicht Angst zu sein, ein oder zwei Hühner konnten wir uns immer mausen; aber uns war nur mit Geld richtig geholfen, und so mußten wir uns eben Geld verschaffen. Ging es nicht auf die eine Art, dann mußte es eben auf eine andere gehen, wir waren keine Engel.

Ich bin kein Engel des Himmels, sagte Falkenberg. Hier sitze ich nun in meinen besten Kleidern, die ein anderer als Werktagskleider tragen würde. Ich wasche sie im Bach und warte, bis sie trocken sind, und wenn sie zerreißen, flicke ich sie zusammen, und verdiene ich einmal ein wenig mehr als das Nötigste, dann kaufe ich mir neue. Anders ist es nun einmal nicht.

Aber Jung-Erik sagte, du seist ein so übler Trinker?

Der grüne Spatz! Ja, gewiß trinke ich. Essen allein ist so langweilig ..... Jetzt wollen wir einmal einen Hof mit einem Klavier suchen.

Ich dachte mir: ein Klavier auf einem Hof setzt einen gewissen allgemeinen Wohlstand voraus, dort werden wir also mit dem Stehlen anfangen.

Am Nachmittag kamen wir zu einem solchen Hof. Schon vorher hatte Falkenberg meine städtischen Kleider angezogen und mir sein Bündel zu tragen gegeben, so daß er selbst frei und ledig dahinging. Ohne weiteres stieg er sofort die Haupttreppe des Hauses hinan und blieb eine Zeitlang fort. Als er wieder herauskam, sagte er: Ja, er solle das Klavier stimmen.

Was solle er?

Schweig, sagte Falkenberg. Ich habe das früher schon getan, ich schneide nicht auf.

Und als er aus seinem Bündel einen Stimmschlüssel hervorzog, wurde mir klar, daß es ihm ernst war.