Grindhusen antwortet nicht darauf, und ich verstehe, daß ich im Beisein anderer etwas Ungeschicktes gesagt habe.

3.

Ein paar Stunden lang verkittet er die Risse und streicht an, und bald steht die dem Meer zugewandte Nordseite der kleinen Hütte geputzt und rot da. In der Mittagspause gehe ich mit einem Schluck Branntwein zu Grindhusen hinaus, wir legen uns in die Wiese und schwätzen und rauchen.

Maler? Na, nicht gerade Maler, sagt er. Wenn mich einer fragt, ob ich eine Hauswand anstreichen kann, dann kann ich es. Und fragt mich einer, ob ich das und jenes kann, dann kann ich es auch. Da hast du aber wirklich einen guten Branntwein.

Seine Frau und zwei seiner Kinder wohnten eine Meile weit weg, jeden Samstag ging er zu ihnen heim; zwei von seinen Töchtern waren erwachsen, die eine hatte geheiratet, und Grindhusen war bereits Großvater. Wenn er nun Gunhilds Hütte zweimal angestrichen hatte, sollte er auf den Pfarrhof gehen und einen Brunnen graben; es gab immer etwas zu tun, bald da, bald dort in den Gemeinden. Und wenn der Frost kam und der Winter begann, ging er entweder zum Holzfällen in die Wälder, oder er legte sich daheim eine Zeitlang auf die faule Haut, bis wieder irgendeine Arbeit für ihn auftauchte. Er hatte jetzt keine größere Familie mehr, und es würde sich für morgen so gut ein Rat finden wie für heute.

Wenn ich es nun erschwingen könnte, dann würde ich mir einiges Maurerwerkzeug kaufen, sagte Grindhusen.

Bist du auch Maurer?

Na, nicht gerade Maurer. Aber wenn der Brunnen gegraben ist, dann muß er ausgemauert werden, das ist klar ....

Wie gewöhnlich wandere ich über die Insel dahin und denke an allerlei. Friede, Friede, ein himmlischer Friede schweigt mir hier von jedem Baum im Walde entgegen. Es sind fast keine kleinen Vögel mehr da, nur einige Krähen fliegen stumm von Ort zu Ort und setzen sich nieder. Und die Vogelbeertrauben fallen schwer zu Boden und vergraben sich im Moos.

Er hat vielleicht recht, Grindhusen, es findet sich wohl für alles auch morgen ein Rat, so gut wie heute. Seit zwei Wochen habe ich jetzt keine Zeitung mehr gelesen, und ich lebe trotzdem, ich lebe, mache große Fortschritte in meiner inneren Ruhe, singe, recke mich, stehe an den Abenden barhäuptig da und betrachte den Sternenhimmel.