Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin 1918
Berthold Goldstein
dem toten Freunde
in treuem Gedenken
(Gefallen am 13. Juni 1915 beim Sturmangriff unweit Jaroslau in den Kämpfen zur Befreiung Galiziens)
„Ich bin der Meinung, man täte wohl, daß man die Mathematik, Historie und anderes vor der ausführlichen Logik lernte; denn wie will der die Gedanken wohl ordnen, der noch wenig bedacht? Wenn man aber mit einem Vorrat guter Gedanken versehen, dann kann man sie mustern und abmessen, und mit Hilfe der darin sich zeigenden Ordnung desto besser auf etwas Neues kommen. Es ist hierin wie mit der Sprachkunst, da bin ich auch der Meinung, man solle sich bei Erlernung einer Sprache mehr an die Übung als Grammatik halten; wenn man aber schon ziemlich in der Sprache erfahren, dann dienet die Grammatik, darin höher zu steigen.“
G. W. Leibniz (Brief an
Gabriel Wagner, 1696.)
Vorwort.
Der vorliegende „Grundriß der Logik“ erwuchs im wesentlichen aus pädagogischen Motiven. Dem Schüler und Studenten, ja dem philosophisch Interessierten überhaupt, einen kurzen, übersichtlichen Leitfaden in die Hand zu geben, der ihn über die Hauptfragen der Logik orientiert, über ihre verschiedenen Lösungsversuche und den gegenwärtigen Stand der Probleme, der ihm zugleich den Weg weist zu weiteren und tieferen Studien auf diesem nützlichen Gebiete menschlichen Wissens, hat dem Verfasser als Ziel und Aufgabe vorgeschwebt.