Firmin. Laß du mich für mich selbst antworten, mein Freund!—Sie meinen es gut, lieber La Roche, aber der gute Wille geht mit der Ueberlegung durch. Was für ein luftiges Project ist's, das Sie sich ausgesonnen haben! Ein leeres Hirngespinnst!—Und wäre der Erfolg ebenso sicher, als er es nicht ist, so würde ich doch nie meine Stimme dazu geben. Diese glänzenden Stellen sind nicht für mich, und ich bin nicht für sie; Neigung und Schicksal haben mir eine bescheidenere Sphäre angewiesen. Warum soll ich mich verändern, wenn ich mich wohl befinde? Ich hoffe, der Staat wird mich nicht suchen, und ich bin zu stolz, um ein Amt zu betteln—noch viel mehr aber, um einen Andern für mich betteln zu lassen.—Sorgen Sie also nur für sich selbst! Sie haben Freunde genug; es wird sich jeder gern für Sie verwenden.
La Roche. Ihr wollt also Beide meine Dienste nicht?—Liegt nichts dran! Ich mache euer Glück, ihr mögt es wollen oder nicht! (Er geht ab.)
Firmin. Er ist ein Narr; aber ein guter, und sein Unfall geht mir zu
Herzen.
Karl. Auch mich bedauern Sie, mein Vater! Ich bin unglücklicher, als er! Ich werde meine Charlotte verlieren!
Firmin. Ich höre kommen—Es ist der Minister mit seiner Mutter— Laß uns gehen!—Ich will auch den Schein vermeiden, als ob ich mich ihm in den Weg gestellt hätte. (Gehen ab.)
Dritter Auftritt.
Narbonne. Madame Belmont.
Mad. Belmont. War Herr Selicour schon bei dir?
Narbonne. Ich hab' ihn heute noch nicht gesehen!
Mad. Belmont. Das mußt du doch gestehen, mein Sohn, daß du einen wahren Schatz in diesem Manne besitzest.