Firmin. Lieber La Roche! Eh Sie uns andern so große Stellen verschaffen, dächte ich, Sie sorgten, Ihre eigene wieder zu erhalten.

Karl. Das gleicht unserm Freund! So ist er! Immer unternehmend! immer Plane schmiedend! Aber damit langt man nicht aus! Es braucht Gewandtheit und Klugheit zur Ausführung—und daß der Freund es so leicht nimmt, das hat ihm schon schwere Händel angerichtet!

La Roche. Es mag sein, ich verspreche vielleicht mehr, als ich halten kann. Aber alles, was ich sehe, belebt meine Hoffnung, und der Versuch kann nichts schaden.—Für mich selbst möchte ich um keinen Preis eine Intrigue spielen—aber diesen Selicour in die Luft zu sprengen, meinen Freunden einen Dienst zu leisten—das ist löblich, das ist köstlich, das macht mir ein himmlisches Vergnügen— und an dem Erfolg—an dem ist gar nicht zu zweifeln.

Firmin. Nicht zu zweifeln? So haben Sie Ihren Plan schon in Ordnung?

La Roche. In Ordnung—wie? Ich habe noch gar nicht daran gedacht; aber das wird sich finden, wird sich finden.

Firmin. Ei!—Ei! Dieser gefährliche Plan ist noch nicht weit gediehen, wie ich sehe.

La Roche. Sorgen Sie nicht—Ich werde mich mit Ehren herausziehn; dieser Selicour soll es mir nicht abgewinnen, das soll er nicht, dafür steh' ich.—Was braucht's der Umwege? Ich gehe geradezu, ich melde mich bei dem Minister, es ist nicht schwer, bei ihm vorzukommen; er liebt Gerechtigkeit, er kann die Wahrheit vertragen.

Firmin. Wie? Was? Sie hätten die Kühnheit—

La Roche. Ei was! Ich bin nicht furchtsam.—Ich fürchte Niemand.— Kurz und gut—Ich—spreche den Minister—ich öffne ihm die Augen. —Er sieht, wie schändlich er betrogen ist—das ist das Werk einer halben Stunde—der Selicour muß fort, fort—mit Schimpf und Schande fort, und ich genieße den vollkommensten Triumph.—Ja, ich stehe nicht dafür, daß mich der arme Teufel nicht dauert, wenn er so mit Schande ans dem Hause muß.

Karl. Was Sie thun, lieber La Roche—Mich und meine Liebe lassen
Sie auf jeden Fall aus dem Spiel!—Ich hoffe nichts—ich darf meine
Wünsche nicht so hoch erheben—aber für meinen Vater können Sie nie
zuviel thun.