La Roche. Ein talentvoller junger Mann!

Narbonne.—Fahren Sie fort!

La Roche. Nun, das wär' es! Ich habe genug gesagt, denk' ich!

Narbonne (zu Selicour). Verantworten Sie sich!

Selicour. Des Undanks zeiht man mich.—Mich des Undanks! Ich hätte gedacht, mein Freund La Roche sollte mich besser kennen!—An meinem Einfluß und nicht an meinem guten Willen fehlte es, wenn er so lange in der Dunkelheit geblieben.—Welche harte Beschuldigungen gegen einen Mann, den er seit zwanzig Jahren treu gefunden hat! Mit seinem Verdacht so rasch zuzufahren, meine Handlungen aufs schlimmste auszulegen und mich mit dieser Hitze, dieser Galle zu verfolgen!— Zum Beweis, wie sehr ich sein Freund bin—

La Roche. Er mein Freund! Hält er mich für einen Dummkopf?—Und welche Proben hat er mir davon gegeben!

Narbonne. Er hat Sie ausreden lassen!

La Roche. So werde ich Unrecht behalten.

Selicour. Man hat einem Andern seine Stelle gegeben, das ist wahr, und Keiner verdiente diese Zurücksetzung weniger als er. Aber ich hätte gehofft. Mein Freund La Roche, anstatt mich wie einen Feind anzuklagen, würde als Freund zu mir aufs Zimmer kommen und eine Erklärung von mir fordern. Darauf, ich gestehe es, hatte ich gewartet und mich schon im Voraus der angenehmen Ueberraschung gefreut, die ich ihm bereitete. Welche süße Freude für mich, ihn über alle Erwartung glücklich zu machen! Eben zu jenem Chef, wovon ich Eurer Excellenz heut sagte, hatte ich meinen alten Freund La Roche vorzuschlagen.

La Roche. Mich zum Chef! Großen Dank, Herr Selicour!—Ein Schreiber bin ich und kein Geschäftsmann! Meine Feder und nicht mein Kopf muß mich empfehlen, und ich bin Keiner von Denen. Die eine Last auf sich nehmen, der sie nicht gewachsen sind, um sie einem Andern heimlich anfzuladen und sich selbst das Verdienst anzueignen.