Drei Baumbilder aus unsrer Heimatsammlung

Von A. Kühne, Wilsdruff

Auf Anregungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz hin arbeiteten wir im vergangenen Jahre an einem heimatlichen Baumbuch. Es liegt jetzt in der Handschrift vor und soll in unsrer Heimatbeilage abgedruckt werden. Dank will ich sagen den Herren Rühle und Zieschang, ersterer hat die Bäume gemessen, Geschichte und Überlieferung gesammelt, letzterer hielt sie im Bilde fest.

Von unsern heimatlichen Höhenbäumen mögen hier stehen Rüdigers Linden in Helbigsdorfer Flur. Kein Wandrer, der unsre Wilsdruffer Heimat gekreuzt hätte, ohne sie zu sehen. In einer Höhe von 334 Meter – die Generalstabskarte nennt den Hügel den Eschenhübel – beherrschen sie die weite Umgegend, und köstlich ist der Blick von dem Ruhebänkchen zu ihren Füßen. Wettergezaust und blitzgetroffen, doch stolz und stark stehen sie hier, Saat und Ernte seit einem Jahrhundert um sie her. Mögen sie noch lange Freude und Erholung für Land- und Wandersmann spenden!

Rüdigers Linden in Helbigsdorf (Amtsh. Meißen)
(Aufn. G. Zieschang, Kaufbach)

Ein Wegebaum – der Blankensteiner Bergahorn. Da wo die Dorfstraße anhebt, wo der Kommunweg Helbigsdorf–Blankenstein endet, steht dieser stolze Baum. 3,68 Meter mißt der Umfang seines Stammes in Brusthöhe, an die 26 Meter hoch quillt das Laubwerk in den Himmel hinauf. Eine gewaltige, herrliche Fülle, dieses Astwerk mit seinem Blätterwald. Einen höheren Genuß aber schafft sein Anblick im Winter, wenn ihm der Frost den Blättermantel nahm, wenn sich eine weiße Decke unter ihm breitet. Da erst wird der gleichmäßig schöne Bau der Krone offenbar, dieses Wachsen und Dehnen und Greifen in die Weite und Höhe. Und dazu die graubraune Färbung der schlanken Stämme und Schäfte auf weißem Hintergrunde. Ein köstlich Bild.