Die Menschen wohnen in niedrigen, dumpfen Stuben. (Sie sind den lieben langen Tag im Wald und auf dem spärlichen Feld! Was brauchen sie in den Stuben frische Luft!)
Wie gemütlich so ein brauner, breiter Kachelofen ist! Das Doppelbett hat einen frischen, buntblumigen Überzug. Auf dem Tisch stehen ein paar blutrote Nelken, die brennen vor lauter Liebe. An den Wänden hängen, gestickt, unter Glas und Rahmen, oder bloß auf Pappe gedruckt, fromme, bescheidene Wandsprüche. Im Glasschrank feiern silbern- und goldgeränderte Tassen, geblümelte Teller von Steingut und zierliche von Glas, allerhand nichtige, kleine Figuren, verblichene, braungetönte Photographien ein beschauliches Dasein. Von dem weißgestrichenen Fensterbrett gucken steife Geranien und herzreiche Fuchsien neugierig auf den rankenden Wein, der die kleinen Fenster wild umwuchert, wie weit er mit seinen Trauben sei. Draußen im kleinen Gärtchen verblühen späte Rosen in königlicher Pracht.
Zwei Alte kommen mir freundlich entgegen: »Schön Willkomm’«, sagen sie. Wie lieb das klingt!
Ich muß immer auf sie sehen, auf die beiden Alten. Mein Gott, die Hände, wie sind die hart und schwielig! Die haben im Leben was gerackert und geschafft, und die müden, erloschenen Augen, die haben manche Träne geweint … »Wir haben einmal zwei Söhne gehabt,« erzählen die beiden Alten, »echte, treue, starke Söhne der Heide. Da sind ihre Bilder … Sind alle beide gefallen. Für die Heide. Für die Heimat …«
Die beiden halten sich an der zitternden Hand und sitzen ganz feierlich auf ihrem zerbeulten Sofa. Gerade über ihnen hängt der Spruch: Befiehl dem Herrn deine Wege, er wird’s wohl machen! … Die beiden Alten sind ganz ruhig, ganz still. Sie haben ein Lebenlang geschuftet und gesorgt. Nun sind sie so zufrieden und so fromm … Das fühlt man.
Arme Leute! hier in der Heide …
O du ruhlose, friedlose, du laute, du törichte Welt, wenn du wüßtest, wie arm du bist … und wie reich sie sind in den einsamen Hütten meiner Heimat!
[2] Preis für Mitglieder (gebunden) M. 15,– (sonst M. 18,–). Bestellkarte anbei.