Um mich stand still und schlicht das Zimmer, in dem der Tote dort den Freischütz und die Euryanthe und den Oberon geschrieben hat.
Ich trat ans Fenster, an dem er saß, an sommerlichen Tagen, in bleichen Nächten, über das Notenpapier gebeugt.
Unten, zum Greifen nahe, blühte der Garten im Herbstlicht, im Abendschimmer. Heiterkeit flog vogelgleich drüberhin – drüberhin.
Und es schien mir gut so, daß dieser lächelnde Garten den Schrei nicht gehört hat, mit dem Caroline die Todesbotschaft empfing – die Frau, die schon Witwe war, ehe sie es wußte, eilte ahnungsvoll hinaus auf die Straße, der Botin entgegen, als sie das Rollen des Wagens vernahm und ihn an ungewohnter Stelle halten sah. Dort brach sie zusammen und dort zerschnitt der Schrei die Luft.
Der Garten lächelte in friedlicher Glücksruhe fort.
Vom Fenster her sah ich hinüber nach dem Antlitz des Toten, dessen Arbeitsstätte dieses kleine Zimmer war.
Der Zwieklang des Notengelächters in der Luft war verstummt. Und auf den mageren Wangen dieses Gesichts lag ein verzitterndes Mitfühlen des Schmerzes, den er zurückließ, und der für eine geliebte Frau der Abschied von den Heiterkeiten des Lebens war, die einmal diese Räume, diesen Garten durchklungen und deren milder Widerschein allsommerlich in den unschuldigen Blumen des Gartens erblüht.