Mir war’s, als stände ich mit Gott alleine,

So einsam, weit und helle war’s da oben.«

Abb. 1 Seiffen, Buntes Haus

Durch tiefen Schnee ging es dann weiter und schließlich abwärts ins Seiffener Tal, zuletzt auf steilem Fußwege hinunter. Tiefe Schneewehen boten hier willkommenen Halt auf dem vereisten steilen Pfad gegen den Absturz. Watend und springend, rutschend und fest den Wanderstab einsetzend gelangten wir glücklich zu den ersten Häusern am Hange, wo der Weg ebener und sicherer wurde und uns bald an winzigen Erzgebirgshäuseln vorbei auf die Talstraße führte.

Nur wenige Schritte noch und unser Ziel ist erreicht, das Erbgericht, das Bunte Haus! Helle leuchten uns seine blanken Mauern und Fenster entgegen. Ein Querhaus und zwei Flügel umschließen einen offenen Hof, als breiteten sich uns offene Arme entgegen: »Seid willkommen, hier ist gut sein, hier magst du rasten und weilen und mag es dir wohl werden.« Dort über den Fenstern grüßt gar vertraut Alt-Freibergs Bergparade vom langen gemalten bunten Holzschild. Ja, wahrlich, es ist recht, hier der alten Berghauptstadt des Landes und ihrer Bergherrlichkeit zu gedenken in so sinniger und sinnfälliger Weise, denn von ihr ging die Kultur des Landes aus, ward die Wildnis des Miriquidi gerodet und besiedelt, wurden die Erzgruben des Gebirges erschlossen. Der Name Erzgebirge wurde erst im sechzehnten Jahrhundert üblich, als an vielen Stellen Erz entdeckt und Bergstädte wie Annaberg, Marienberg, Jöhstadt usw. gegründet wurden.

Vorher hieß es nach den Worten eines alten Dichters:

»Sehr wild und felsicht war’s in diesen Waldesöden,

Da hauste Wolf und Bär mehr als ein Menschenkind.

Man sahe nichts von Feld, von Handelschaft und Städten,