Die Luft war angestrengt mit Nebel, Frost und Wind.«

Auch Seiffen dankt ja seinen Namen und Entstehung dem Bergbau, der zwar längst zur Rüste gegangen ist, aber überall seine unverwischbaren Spuren hinterlassen hat. Der Bergmann ist ja auch immer ein Basteler gewesen. So ist es kein Wunder, daß oft aus dem Zeitvertreib ein Beruf wurde, und als der Bergbau seinen Mann nicht mehr nährte, statt Schlägel und Eisen das Schnitzmesser den Lebensunterhalt verdienen mußte. Seiffen wurde allmählich der Mittelpunkt und Hauptort der Spielwarenindustrie. Es wurde aus einem alten Bergmannsdorf der Typus des erzgebirgischen Schnitzer- und Industriedorfes, wo eigenartige Gegensätze sich berühren. Und hier das »Bunte Haus« ist so recht das Heim und der Ausdruck dieser erzgebirgischen Volkskunst und Volksindustrie geworden, einer Weihnachtskunst, bei der man fröhlich und ein Kind wird wie zu Weihnachten, in der man sich heimisch und wohl fühlt, als erzählte Großmutter ein Märchen aus der Zeit »Es war einmal«.

Vom hübsch geschmiedeten Arm an der Hausecke grüßt uns der Spruch:

»Erst die Erde, dann die Sterne,

Erst die Heimat, dann die Ferne.«

Jawohl, viele suchen die Heimat und können doch nie heimfinden, viele haben die Heimat und halten sie nicht. Heimat ist kein leerer Ortsbegriff, Heimat ist eine Herzenssache. Wer kein Herz hat, wie will der die Heimat finden oder halten?

Möge die Kunst der Heimat der Heimat eine Seele geben, welche jene vielen wieder zu rechten Heimatfreunden, Heimatkindern, mit Herzen voll heimwehen Heimatstolzes macht. –

Hier im Bunten Hause ist der wohlgelungene Versuch gemacht, durch die Heimatkunst des Ortes ein echt erzgebirgisches Heimathaus zu machen, in welchem man das Herz der Heimat pochen fühlt und hört. Was der Hausspruch sagt und wünscht, das mag wohl sicher in Erfüllung gehen:

»Die Vorzeit grüßt Euch, daß Ihr wißt,

wie schön sie einst gewesen ist.