Vom Himmel herab rollen wehende, über die Berge schleifende Regengardinen. Sie rauschen heran, lösen sich auf in Myriaden sprühender Tropfen, ziehen weiter, hüllen andere Fernen ein und lassen eine glitzernde Welt zurück.
Manchmal scheint die Sonne durch die nassen Schauer. Dann ist es, als sprühe das Licht in blitzenden Tropfen regenbogenfarben zur Erde nieder.
Und du stehst, an das Kreuz gelehnt, vom Sturme herb umdrängt, und weißt: jetzt faßt sich in dir das anbetende Empordrängen des erzenen Berges zusammen. Deine Lust, deine Freude, dein Lebensgefühl dieser Stunde ist Zusammenschluß und Vollendung der Geste, in der der Berg sich gipfeln will, zu der er in steter Bewegung anhebt. Und du fühlst dich, den Menschen, fühlst den Drang des Blutes in deinen Adern, den Atem in deiner Brust – unter deinen Füßen betet der stumme Berg und du weißt die Worte, die dem erzenen Stein nicht gegeben sind, und sprichst sie nicht aus. Du blickst schweigend hinaus in die strahlende Sommerwelt – in deine Welt, die für dich mit dir versinkt, die für dich ist, so lange du bist.
Eine Stunde lang saßen wir auf der zackigen Kuppe des betenden Berges.
Der Himmel schwenkte seine Fahnen über uns.
Der unzufriedene Papierkorb
Von W. Otto Ullmann, Dresden
Man kann es schließlich auch einem Papierkorb nicht übelnehmen, wenn er unzufrieden ist. Die Menschen machen es ja auch nicht anders und haben dabei zuweilen nicht einmal Grund dazu. Aber wenn ein Papierkorb unzufrieden ist, ist das allemal berechtigt. Das liegt an seiner Konstitution. Ein Papierkorb läßt sich viel gefallen, aber wenn er zuviel Schlechtes erfährt, wird seine Verstimmung papierkorbtief.