Abb. 5 Mühle in Bösenbrunn
(Phot. Albert Roth, Ölsnitz i. V.)
Das Triebelbachtal wird nun eng und tiefeingerissen. Die Abhänge sind von der Talsohle bis zur Höhe bewaldet. Einige große Kahlschläge flammen in buntester Blütenpracht. Ein Meer purpurner Weidenröschen (Epilobium angustifolium). Dazwischen gelbe Fingerhüte (Digitalis ambigua), stachelige blaue Natterköpfe (Echium vulgare), stolze Königskerzen (Verbascum), großblumige enzianblaue Pfirsichglockenblumen (Campanula persicifolia), lohende Pechnelken und leuchtende Margeriten. Und inmitten all dieser Farbenfülle wandert der Erlen- und Perlenbach geruhsam seines Weges, der Weißen Elster entgegen. Bei Pirk, zwischen Ölsnitz und Plauen, mündet er in den Hauptflußlauf des Vogtlandes.
Fernab allem Weltgetriebe, ein stilles, einsames Waldland, urkräftig und unberührt, lieblich im Birkenschmucke des Lenzes, farbenfreudig im Glast und Glanz des Hochsommers, versonnen und verträumt im Sterbekleid des Herbstes, erstarrt und erstorben im Rauhreifgeschmeide des Winters – so lieb ich dich, du mein märchenschönes Vogtlandtal.
Abb. 6 Weg nach Neubrambach
(Phot. Curt Sippel, Plauen i. V.)
In Guteborn
Von A. Klengel, Meißen
(Aufnahmen von J. Ostermaier, Blasewitz)
Ihr glücklichen Augen, was je ihr gesehn,
Es sei wie es wolle, es war doch so schön!