Kein Hügel soll dorten geschüttet sein,

Kein Kranz soll liegen da, wo ich starb,

Keine Träne fallen, wo ich verdarb.

Will nichts mehr hören und nichts mehr seh’n,

Wie ein totes Getier, so will ich vergeh’n;

Und darum kein Kranz und kein Stein,

Spurlos will ich vergangen sein.

Wüßte er aber, daß lediglich die Dankbarkeit deutsche Jäger zwingt, ihn in dieser Weise zu ehren, und könnte er sehen, daß der Stein mitten in der Lüneburger Heide, in der von ihm über alles geliebten Heide, stünde, oben auf dem Wietzer-Berg, in einem Revier, in welchem er so oft weidwerkend geweilt hat, ich glaube, er würde uns verzeihen.

Nicht nur die deutsche Literatur hat durch Löns’ frühen Tod einen unersetzlichen Verlust erlitten, sondern auch die deutsche Jägerwelt. Und gerade diese hätte seiner Anregungen heute mehr bedurft denn je.

Bei der gewaltigen Liebe zur Natur, die den Meister auszeichnete, bei dem großen Interesse, das er den scheinbar nichtigsten Dingen in Feld und Wald entgegenbrachte, ist es kaum zu verwundern, daß er nicht Sportjäger geworden ist. Sportjäger weder im engeren, noch im weiteren Sinne. Es kam Löns nicht auf reichliche Beute und Trophäen an. Er liebte die Jagd nicht, weil sie die Möglichkeit bietet, alle möglichen Kreaturen zu erlegen, sondern er liebte sie, weil er die Natur in Feld und Wald beobachten, das Verhalten des Wildes studieren, weil er allen Geschöpfen, die sich in der freien Gottesnatur aufhalten – vom größten Säugetier bis zum kleinsten Käfer – ihre Geheimnisse ablauschen konnte.