Holler, woller, kumm ich rei gewollert,
Hoa an gruß’n Zipplsak,
Sibmsibzsch Kinner sein schun drinne,
Die anern, die ne fulg’n, kumm olle no rei,
Doas sull ane Strofe sein.
Hätt’ mich de Mutt’r gewosch’n mit ’n Schwomm,
Wär ’ch weiß wie a Lomm,
Su hut se mich gewosch’n mit ’n Ufnlopp’n,
Do bi ’ch schworz wie a Ropp’n.
Besonders lehrreich ist das letzte vierreihige rhythmische Gefüge. Es ist aus dem Dreikönigsspiel (der erste Teil des Herodesspiels) hierher verweht worden und wird ursprünglich vom Mohrenkönig gesprochen. Wir gewinnen hier einen tiefen Einblick in die Art und Weise, wie die Spiele gestaltet werden. Um typische Persönlichkeiten hat sich ein verwirrender Reichtum sprachlicher Formen gelagert, die ihr Wesen ausdrücken. Die Hauptsorge der Überlieferung besteht nicht darin, die Sprachformen getreu zu erhalten, sondern die typischen Persönlichkeitscharaktere unverfälscht zu bewahren. So herrscht in der Aneinanderreihung der Wortformen ziemliche Willkür. Zahlreiche Abweichungen und Lesarten entstehen. Wir werden an die Form der italienischen Stegreifkomödie (comoedia dell’ arte) erinnert. In dem oben erwähnten Falle findet eine Annäherung zweier Persönlichkeitssphären statt. Komik hier – Komik da: die Wortform springt von der einen Sphäre in die andre über.