Und spottet ihrer Schmerzen.
Wer frech sein Mitgeschöpf betrübt
Und Härt’ und Grausamkeit verübt,
Der kann auch Gott nicht lieben.
Warum ich das alte Lied ganz hersetzte? Weil es eine berechtigte Klage der Tierschützer ist, daß die christliche Kirche sich wenig um die Tiere kümmert. Beweis: Die gähnende Leere der Gesangbücher, soweit der Tierschutz in Frage kommt. Es gab aber eine Zeit, wo es hierin besser war. So z. B. enthielt das alte Magdeburger Gesangbuch von 1837 eben dieses und auch ein anderes gutes Tierschutzlied.
Heimatschutz umfaßt unbedingt auch Tierschutz. Ich glaube, der Satz bedarf keiner besonderen Begründung. Pflanze und Tier beleben erst die an sich tote Rinde. Es ist daher nicht zu verteidigen, wenn selbst zu wissenschaftlichen Zwecken Vögel, die zu Zeiten (nur zu gewissen Zeiten!) schädlich sind, in maßloser Weise in Unzahl abgeschossen werden, um ihren Mageninhalt zu untersuchen. Dadurch muß die Natur notwendig verarmen und kein Geringerer als ein Brehm hat schon auf die bedauerliche Tierarmut Westeuropas hingewiesen. Im allgemeinen vollzieht die Natur selber den notwendigen Ausgleich und tritt einer übermäßigen Vermehrung einer Art entgegen. Wir können also Herrn Prof. Dr. Hoffmann nur recht geben, wenn er Einspruch erhebt gegen den Abschuß zahlloser Elstern, und was noch weit schlimmer ist, von so seltenen Vögeln wie Wasseramseln, die man nur noch an Gebirgswässern trifft, ferner von insektenfressenden Singvögeln. Und beistimmen muß ihm jeder, wenn er sagt, daß der durch die Magenuntersuchung unter der Vogelwelt angerichtete Schaden viel größer ist als der Nutzen, den diese Untersuchungen uns und den überlebenden Artgenossen gebracht haben. Nisi utile est quod agimus, vana est gloria nostra (Hufeland).
Dr. Pause.
»Hexenabend«
Von Dr. phil. Gerhard Stephan
In der Nacht des 30. April zum 1. Mai reiten die Hexen zum Brocken, um dort mit dem Teufel ihre alljährliche Versammlung abzuhalten. Auf ihrer Fahrt nach dem Harz verwünschen und verzaubern sie Haus und Hof, Felder und Gärten. Doch vor offenem Feuer scheuen sie zurück, deshalb werden im Kamin und auf Bergeshöhen mächtige Brände unterhalten. Die Grundstücke werden durch Kreuze, die mit Kreide an die Türpfosten gemalt werden, geschützt, auch die Anfangsbuchstaben der heiligen drei Könige, C(aspar), M(elchior) und B(althasar), werden gern dazugeschrieben.