Von Hans Jacob

Die Anpflanzung des Walnußbaumes ist infolge der Verwüstungen durch die Kriegsjahre für die Zukunft besonders bedeutsam geworden. Viele Nußbäume sind der Holzgewinnung wegen abgeschlagen worden. Der Walnußanbau soll und muß deshalb mit allen Mitteln gefördert werden. Allerdings nicht wahllos, mit unsicherem Ergebnis, sondern in planmäßiger Weise. Zur Pflanzung müssen solche Pflanzstätten ausgesucht werden, an welchen erfahrungsgemäß der Nußbaum gut gedeiht und sichere Erträge bringt. Nußbäume sind in geschlossenen Pflanzungen nur da anzubauen, wo auf einen Ertrag der Unternutzung verzichtet werden kann. Für Einzelpflanzungen aber, und hierzu ist der Nußbaum mehr als alle andern Obstarten geeignet, gibt es fast allerorts noch eine ganze Menge brauchbarer Stellen. So auf Gutshöfen, Dorfplätzen, an Wegescheiden und an andern Orten, wo die Bäume nicht nur durch ihre Früchte Segen bringen, sondern auch zur Verschönerung der Heimat beitragen. Während man für solche Plätze die Anpflanzung fertig vorgebildeter Bäume bevorzugen soll, dürfte für den Großanbau die Aussaat an Ort und Stelle in Betracht zu ziehen sein. Da eine spätere Veredelung der Nüsse erhebliche Schwierigkeiten bietet, hat man auf jeden Fall dafür zu sorgen, daß als Saatgut nur Nüsse allerbester Abstammung verwendet werden. Nur reichtragende, spätblühende, widerstandsfähige Sorten mit großen, mäßig dünnschaligen Früchten sind geeignet.

Die Postsäule von Aue

Wenige Tage bevor das Heft 4/6 der »Mitteilungen« mit Dr. Kuhfahls Postsäulenaufsatz in meine Hände kam, war es mir gelungen, einen Rest der alten Auer Postsäule aufzufinden. Aufmerksam geworden darauf war ich bei Gelegenheit einer Ausstellung: »Die Gesamtentwicklung der Stadt Aue«, die ich eingerichtet hatte. Auf mehreren alten Bildern vom Marktplatz war dort eine Postsäule zu sehen, und zwar an der Ecke der jetzigen Markt- und Bahnhofsstraße (ehedem Lößnitzer Straße). Ältere Leute kannten sie noch. Der einstige Posthalter Walther hatte sie, als sie beseitigt werden sollte, in seinen Hof gestellt. Sein Sohn half mir, die Säule ausfindig machen. Sie dient jetzt als Steinbank an einem Hause Wiesenstraße 2, ist auf den sichtbaren zwei Seiten ziemlich abgenutzt, läßt aber noch ein Posthorn, den Namen Schneeberg, sowie Zahlenreste erkennen. Sockel und Spitze fehlen. Der Stein (Granit) weist unten ein Loch zur Befestigung auf und verjüngt sich obeliskenartig. Es besteht die Hoffnung, daß er wieder an geeigneter Stelle aufgerichtet wird.

Dr. Sieber, Aue.

Postmeilensäulen: Zum Aufsatz von Dr. Kuhfahl im Heft 4/6 XI sind uns und dem Verfasser erfreulicherweise eine Reihe von Mitteilungen zugegangen. Allen Einsendern sei bestens gedankt. Um weitere Ergänzungen wird gebeten. Dies neue Material wird später in einem Nachtrag veröffentlicht werden.

Die Schriftleitung.


Für die Schriftleitung des Textes verantwortlich: Werner Schmidt – Druck: Lehmannsche Buchdruckerei
Klischees von Römmler & Jonas, sämtlich in Dresden.

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