Wenn die brennende Mittagssonne in den Sommermonaten ungehindert vom Himmel in den Hof strahlt, dann suchen Tier und Mensch ein schattiges Plätzchen. Der Hof, auf dem sonst reges Leben herrscht, liegt verlassen, selbst das Hühnervolk meidet die überreiche Wärme.

Es ist unbedingt notwendig, daß ein breitkroniger Baum in einem sonnigen Hof im Sommer Schatten bietet. Obstbäume sind so recht geeignet als Hofbäume, weil sie alljährlich auch einen Ertrag bringen. Während die Linde ein richtiger Hausbaum ist, wenn nicht mit dem Nutzen gerechnet wird, wähle man breitkronige Sorten für den Hof, die zu großen Bäumen heranwachsen. Ein rechtes Beispiel hierfür bietet der Birnbaum. Wie prächtig sieht er in weißem Blütenschmuck aus. In seinem Schatten stehen die Futterschüsseln und Trinkgefäße für das Federvieh. Hier werden die Hühner in der Mittagsstunde gefüttert, ohne daß sie unter der brennenden Sonne zu leiden haben. Zu allen diesen Vorteilen hat man dann noch im Herbst die reiche Ernte. Wir laben uns an den saftigen Birnen, die der Baum bietet.

Höfe und Hofplätze, die nach Süden offen sind und die volle Sonne hereinlassen, bepflanze man deshalb mit einem großwachsenden Hofbaum, an dem sich später noch die Kinder und Kindeskinder erfreuen.

An Obstbäumen kommen in Frage: Apfel: Reichsobstsorte Jacob Lebel, Weißer geflammter Cardinal, Landsberger Renette; Birne: Reichsobstsorte William Christbirne, Pastorenbirne und Prinzeß Marianne.

Von Zierbäumen, die sich ebenfalls zur Anpflanzung eignen, sind zu nennen: Aesculas hippocastanum, Roßkastanie; Ailanthus glandulosa, Götterbaum; Catalpa speciosa, Trompetenbaum; Juglans regia, Walnußbaum; Liriodendron tulipifera, Tulpenbaum; Platanus occidentalis und orientalis, Platane.

»Pflanz’ einen Baum, und kannst du auch nicht ahnen,

Wer einst in seinem Schatten tanzt,

Bedenke Mensch, es haben deine Ahnen

Eh’ sie dich kannten, auch für dich gepflanzt.«

Förderung des Anbaues von Nußbäumen