Zwei Katzen sind da. Weiße Katzen mit schwarzer, gelber und grauer Zeichnung. Die kleine hat ein unschuldig-liebes Gesicht – so stellen sich vielleicht die Katzen ihre Engel vor.

Lore, die Schäferhündin, geht erwartungsvoll umher und schaut mit großen, feuchten Augen jeden an. Am Tage unserer Abreise warf sie kleine, schwarze Hündchen. Blind und winselnd drängten sie sich an die Mutter.

Gäste kommen und gehen. Schneeschuhläufer, Fuhrleute, der Landbriefträger. Die Wirtin ist da und dort, sitzt bei uns, lacht, erzählt Geschichten, hätschelt die Katzen, klagt um die Kuh, schmückt den Weihnachtsbaum, und wenn wir uns auf unsre schneenassen Schuhe besinnen, hat sie die Trittchen längst auf den Ofen gestellt.

***

Draußen raucht der Schneesturm. Die weiße Landstraße saust, in fliegenden Schneestaub aufgelöst, hinter den kleinen Fenstern vorüber. Es gibt keine festen Formen mehr, alles ist weißer, zischender Schneerauch, aus dem sich ein kalter, unbestimmter Himmel erhebt. Kahle Geäste schwanken in weißen Wolken, die gespensterhaft durch die Dämmerung und dann durch die schwarze sausende Nacht fliegen.

Um Tür und Zaun wächst aus dem Zischen die Schneewehe mannshoch.

Der Grog dampft in dicken Gläsern. Sein heißer Hauch mischt sich mit dem Weihnachtsdufte des Stollens. Hilde, die kleine Wirtstochter, bringt den Räuchermann auf den Tisch, zündet ein rotes Räucherkerzchen an und setzt es dem rot berockten Türken mit Turban und gelben Husarenschnüren in den hohlen Leib. Nun pafft er mit unsren Pfeifen um die Wette. Dann, damit der Türke nicht verbrenne, setzt das Mädel das Räucherkerzchen auf einen Bieruntersetzer aus Steingut. Und wir alle sehen zu, wie es verglimmt und leise zu feiner, weißer Asche zerfällt.

Der Mensch liebt die Gesellschaft, und sollte es auch nur die von einem brennenden Rauchkerzchen sein. Georg Christoph Lichtenberg schrieb das.

Würziger Duft steigt mit den feinen Rauchfäden auf. Es riecht katholisch, nach Weihrauch. Eine Erinnerung an die Messe im Dom zu Passau taucht auf.

Passau, der Inn, die Donau – das war im Juni ...