Ein andres rechteckiges Hauptstück mit Posthorn, Namenszug und 1727 ist in die Stützmauer an der Straße von Bahnhof Wolkenstein nach Drehbach in etwa fünfhundert Meter Entfernung vom Bahnhof eingebaut. Mehrere andere Funde sind noch aus dem Verzeichnis, Anlage b, zu entnehmen.

Neben all diesen neuentdeckten Postmeilenzeichen, von deren Vorhandensein ich mich entweder zumeist persönlich oder durch vorgelegte Photographien überzeugt habe, sind mir noch eine Anzahl weiterer Stücke gemeldet worden, deren Zusammenhang mit der augusteischen Poststraßenbezeichnung fraglich erscheint und noch der Prüfung bedarf. So sah ich bei meinem nachträglichen Besuch im Wermsdorfer Staatsforst, daß die vermeintliche Viertelmeilenplatte auf Forstabteilung 25 (Nr. 78 des Verzeichnisses von 1922) dem vorigen Jahrhundert und seinen Chausseebauten entstammt und nichts mit August dem Starken zu tun hat. Auch sonst werden diese Meilensteine von 1830, die im Gegensatz zum originalgetreuen Viertelmeilenzeichen keine Spitze sondern einen walzenförmigen Abschluß und zwei gußeiserne Kronen an den Seitenflächen tragen, sehr häufig mit der kurfürstlichen Poststraßenbezeichnung verwechselt, so daß ich manches der mir mitgeteilten Fundstücke nicht aufnehmen konnte. –

Abb. 4 Rest eines Viertelmeilensteins bei Quersa

Neuere Drucksachen über die Postzeichenfrage im allgemeinen sind mir nicht zu Gesicht gekommen, sehr groß dagegen ist die Zahl älterer Kupferstiche, Holzschnitte und Gemälde, auf denen verschwundene oder vorhandene Meilensteine als Schmuckstück des Landschafts- und Städtebildes erscheinen. Ich muß es aber – schon aus Sparsamkeitsrücksichten – unterlassen, das frühere unter B b begonnene Literaturverzeichnis fortzuführen, zumal die Aufzählung all dieser schwer erreichbaren Bücher oder Einzelblätter wohl wenig praktischen Wert hätte. Besondere Entdeckungen wären damit heutzutage ebensowenig in der Landschaft zu machen, wie mit Hilfe der Standorte, die aus einigen Akten hervorgehen; habe ich doch sogar auf vielen Fußwanderungen, Rad- und Autofahrten bereits vergeblich nach denjenigen lückenhaften Reihen von Meilenzeichen gesucht, die der Oberreitsche Landesatlas zu Anfang des vorigen Jahrhunderts – also hundert Jahre nach ihrer Errichtung – noch als vorhanden nachweist. Wenn es also auch sehr interessant sein mag zum Beispiel auf den Dresdner Stadtplänen Heßlers von 1833 noch die Distanzsäulen am Pirnaischen Schlag, am Bautzener Platz und Leipziger Tor durch M. S. bezeichnet zu finden, oder in einer Chemnitzer Stadtbeschreibung von E. Weinhold die Obelisken an der Annaberger Straße und Zwickauer Straße abgebildet zu sehen, so steht bekanntermaßen dort nirgends ein Stein mehr.

Weiteres planmäßiges Forschen auf Grund bildlicher und literarischer Unterlagen hat also keinen Zweck, dagegen mögen die bekanntgewordenen und die noch ans Licht kommenden Stücke aller Art und Größe in Zukunft um so sorgfältiger erhalten bleiben.

Anlage I

Nachtragsverzeichnis vorhandener Postmeilensäulen

a) Distanzsäulen

80. Aue. Bruchstück, Granit. Mitt. XI 7./9. Früher am Markt.