Weiterhin beschäftigten uns noch Planungen von Bankneu- und -umbauten für Meißen, insbesondere ein geplanter Neubau am ehemaligen Franziskanerkloster. Hier waren Probleme der Denkmalpflege mit städtebaulichen und Verkehrsfragen innig verknüpft und es gelang trotzdem zwischen Bauherrschaft, entwerfendem Architekten und Baupolizei eine Einigung in unserm Sinne zu erzielen, wenn freilich auch die Verwirklichung der Pläne noch aussteht.
Herbstwege
Von Max Zeibig, Bautzen
Über all das deutsche Elend strahlt der Herbsthimmel sein schönstes Blau. Fast südliche Heiterkeit strömt von ihm zur Erde, als wollte er Gnade bringen, nichts als Gnade.
Und in all die graue deutsche Armut sprüht der Herbst seine lachenden bunten Farben und streut der Blätter Gold verschwenderisch zu unsren Füßen, bis wir darin wühlen können.
Was ist dies Sterben? Ein Aufleuchten. Ein Jubeln und Jauchzen. Ein letztes Sammeln von Kraft und Schönheit. Und ein leises Verkünden von fernem Auferstehn.
Laßt uns gehen in den Herbst!
Wir wandern und wandern. Mächtige alte Bäume geleiten uns die Straße, die immer weiter will, stundenlang durch Heide, der Sachsengrenze zu, wo um Muskau rauschende Wälder träumen.
Junge Frauen arbeiten in blumenbunten Schrebergärten, ernten karge Frucht und harren der Heimkehr des Mannes, um sich nach des Tages Arbeit ein Stündlein auf eigenem Boden zu erfreuen. Aufleuchten die vergrünenden Wiesen im herbstlich blassen Sonnenglanz. Bestellt und besorgt ruhen die braunen Felder. Nur manchmal noch steigt der Rauch von späten Kartoffelfeuern in die klare Luft.
Im Südosten zieht die heimatliche Bergkette ihre sanftgebogene blaue Linie an den Himmel hin. Dann und wann wölbt sich ein Hügel und nimmt ein Dorf zur Krone. Der Kirchturm von Hochkirch guckt keck und neugierig über die selige Landschaft. Und die Kreckwitzer Höhen denken mit Schrecken an die reitende Batterie Probsthayn und an den alten Vater Blücher und sind froh, daß sie ihren Frieden haben. Im Norden winken die Heidewälder und locken mit dem Schweigen und der Ruhe ihrer Trosteinsamkeit.