Der Geist verschwindet und der Trompeter füllt, nachdem er sich von dem Schrecken und der Anstrengung erholt hat, flott seinen Mantelsack voll Gold, bläst am Morgen noch einen lauten Tusch zum hohen Bogenfenster hinaus und reitet froh von dannen.
Und nachdem der Krieg geendet,
Nimmt er seinen Abschied gleich,
Hat nach Dresden sich gewendet,
Wohl an Geld und Gute reich,
Hat dies Haus hier aufgebauet,
Wo man ihn noch immer schauet
Steingehaun mit goldnem Schnitt,
Wie er von dem Schlosse ritt.
Reicher Beifall der Hochzeitsgäste lohnte dem Dichter nachdem er geendet hatte, und seitdem erzählt man sich in Dresden die Sage vom Trompeterschlößchen. In der sagenfrohen romantischen Stimmung der Zeit fand sie vollen Widerhall. Ob Theodor Hell irgendwelchen Anhalt für sein Gedicht aus mündlicher Überlieferung erhalten, oder ob er, was wahrscheinlicher ist, nur aus seiner eigenen Phantasie geschöpft hat, bleibe dahingestellt. Aber die Sage spann sich weiter. Hell veröffentlichte seine Dichtung 1817 in der »Zweiten Gabe des Komus«, eines Taschenbuchs, das er mit befreundeten Dichtern seit 1816 herausgab. Noch in demselben Jahre ward es nachgedruckt in dem Buche: »Poetische Sagen der Vorzeit als: Legenden, Volkssagen, Märchen und Schwänke ernsten und launigen Inhalts für Freunde der Dichtkunst und als Stoff für Deklamation gesammelt vom Deklamator C. F. Solbrig,« worin sich eine lange Reihe Dichtungen ähnlicher Art von Castelli, Göcking, Theodor Hell, Friedrich Kind, dem Dichter des Weberschen Freischütz, Theodor Körner, Langbein, Pfeffel, Wilhelm Schlegel, Schwab, Schubert und zahlreichen längst vergessenen Dichtern jener Zeit finden. Auch Goethe ist darin mit dem Gott und der Bajadere sowie mit dem Hufeisen vertreten.