In ganz anderer Fassung tritt uns dann die Sage vom Trompeterschlößchen in Widar Ziehnerts Volkssagen 1834 entgegen. Dieser verlegt den Spuk in das Trompeterschlößchen selbst, das er ein »vielbesuchtes, rühmlichst bekanntes Gasthaus« vor dem Seetor in Dresden nennt.
In Dresden war ein stattlich Haus
Doch ging kein Mensch da ein und aus,
Denn huh! niemanden litt es drin
Und zwang den Hausherrn auszuziehn.
Der Trompeter ist bei Ziehnert ein grober Bayer, namens Claus. Er übernachtet trotz der Warnung in dem verlassenen Spukhause. Um Mitternacht treten vierundzwanzig Gerippe in Leichentüchern in den Saal. Sie fordern den Trompeter auf, ihnen zum Tanz zu blasen und beginnen dann unter fürchterlichem Geheul einen fliegenden Reigen, bei dem der Trompeter für jeden falschen Ton, den er in Todesängsten bläst, einen Backenstreich erhält. Um ein Uhr hört der Tanz auf. Die Tänzer drängen sich zur Tür hinaus und kreischen dumpf: »Zur Grabesruh, zur süßen Ruh.«
Der von Angst erfüllte Trompeter gewinnt endlich seine Fassung wieder.
Er dreht sich um – er wagt es drauf! –
Und reißt das Erkerfenster auf,
Und bläst die Herzensangst mit Macht