»Hermanns Denkmal« ([Abb. 2]). Eine schmale steinerne Treppe führt zu einem ehrwürdigen Eichbaum, an dem früher als Insignien Schild, Schwert und Lanze aufgehängt waren. Davor bilden zusammengefügte Felsstücke einen Altar mit einem altdeutschen Aschenkrug. Auf einem Findling steht die Inschrift: Hermann / dem Befreier Deutschlands. Der »Tempel der Musen mit Wielands Büste« ([Abb. 3]) aus Naturholz erbaut trug die Inschrift: »Hier weihen sie ihrem Liebling unverwelkliche Kränze von Grazien gewunden.« Er ist heute verschwunden. Dagegen hat sich »Lauras Denkmal« ([Abb. 4]) erhalten, welches dichter Fichtenwald umgibt. Auf einem Bruchsteinunterbau steht ein quadratischer Sockel mit einem Säulenstumpf. Das Medaillon daran trägt die Inschrift »Laura« mit Beziehung auf die Geliebte Petrarcas. Nicht weit davon befand sich eine Nachahmung der Hütte des Petrarca bei Vaucluse. Sie war von rohen Steinen erbaut und mit Schilf gedeckt. Vor der Hütte sprudelte ein gefaßter Quell, welcher an die Quelle von Vaucluse erinnern sollte, bei der Petrarca viele seiner Klagegesänge dichtete. Davon und von der Hütte sind heute nur noch Mauerreste vorhanden. Nördlich davon hat sich das »Denkmal des Herzogs Leopold von Braunschweig« sehr gut erhalten ([Abb. 5 a] und [b]). Auf einem rechteckigen Unterbau ruht ein steinerner Sarkophag mit der Aufschrift:

Der Adler besucht die Erde

doch säumt er nicht,

schüttelt von Flügeln den Staub

und kehrt zur Sonne zurück!

Zur Versinnbildlichung des Spruches dient das darüber befindliche Relief, ein nach der Sonne fliegender Adler. Auf dem Sarkophag steht eine Vase mit Medaillonbildnis und der Inschrift: »Prinz Leopold von Braunschweig«. Mit Bezug auf den von Goethe besungenen Tod des Herzogs (27. April 1785) bei einer Hochflut der Oder ist wohl der Platz des Denkmals unmittelbar am breitesten Teil der Röder gewählt und Becker berichtet, das Denkmal ruhe auf Felsstücken, aus welchen Wasser hervorquillt.

Abb. 6 Tempel dem Andenken guter Menschen nebst dem Altar der Tugend Aus dem Seifersdorfer Tal (Nach Becker)

Auf einer lachenden, mit Erlen eingefaßten Wiese stand ein im »griechischen Stil« erbauter Tempel, vier dorische Säulen trugen das Gebälk mit der Inschrift: »Tempel dem Andenken guter Menschen gewidmet« ([Abb. 6]). Das Innere dieses Tempels war in sanfter Rosenfarbe gemalt. Rauchgefäße und Medaillons auf stahlgrünem Grunde zierten die Wände. Ein leichter Feston von weißen Rosen verband die Medaillons, welche an himmelblauen Bändern aufgehängt schienen. Die Hinterwand des Tempels hatte zwei Türen, die auf Rollen gingen und geöffnet eine reizende Aussicht gewährten. Vor dem Tempel stand auf einer Wiese der »Altar der Tugend« und »nur diejenigen, welche der Tugend opfern, können in diesem Tempel aufgenommen werden.« Ein Postament mit Fuß- und Kopfgesims, an einer Seite ein Kranz mit Rosen, darüber eine Schleife, bezeichnet »Der Tugend« ist davon heute noch erhalten.