»O laßt beim Klange süßer Lieder

Uns lächelnd durch das Leben gehn,

Und sinkt der letzte Tag hernieder,

Uns bei dem Lächeln stille stehn.«

Abb. 11 Herders Denkmal im Seifersdorfer Tal (heutiger Zustand)

Wenige Überreste von Mauerwerk mit einer kleinen, etwa im Halbkreis vorgelagerten Terrasse bezeichnen den Platz, wo früher in einem ländlichen Gärtchen die Hütte Adelaidens, der Hirtin der Alpen gestanden hat, aus rohen Baumstämmen gezimmert und mit »gotischen Fenstern« versehen. Aus der Mitte des Daches ragte eine Buche heraus, »die den Anblick der Hütte noch reizender machte.« Aus dem einen Fenster der Hütte erblickte man jenseits des Wassers auf einem Rasenhügel eine Urne, mit der Inschrift: »Dorestan victime l’amour,« in bezug auf Adelaidens Geliebten. Nicht weit davon, in einer der reizendsten Gegenden des Tales, stellt ein leichtes »Hüttchen der Hirtin der Alpen« ([Abb. 10]) Adelaidens Ruheplatz vor. Er gewährte Ausblick nach dem Denkmal ihres Geliebten. Heut ist an diese Stelle Herders Büste versetzt worden ([Abb. 11]) mit der Inschrift: »Des Menschen Leben beschränkt ein enger Raum, / ein engerer beschränkt seinen Sinn, / sein Herz der engste. / Um sich her zu sehen, zu ordnen, was man kann, / unschuldig zu genießen, was uns die Vorsicht gönnt. / Und dankbar froh hinweg zu gehen: / das ist des Menschen Lebensgeschichte. / Nicht Idee, es ist Gefühl.« Der Sockel, auf dem es steht, trägt noch die Inschrift: »A Dorestan«, als Überrest seines Denkmals.

Abb. 12 »Tempel des Amor« im Seifersdorfer Tal (Nach Becker)

Mitten auf blumiger Wiese hatte man den Tempel des Amor errichtet ([Abb. 12]). »Keine Brücke führte zu ihm hinüber, um von dem Gebiete des kleinen gefährlichen Gottes entfernt zu bleiben.« Die heute noch gut erhaltene Figur des Amor ([Abb. 13]), in jeder Hand eine Sanduhr haltend, stand in der Mitte des Tempels. Auf einer Sandsteintafel ist noch zu lesen: