Abb. 14 Die Hoflößnitz Ofen im Wohnzimmer des Kurfürsten
Aufnahme von J. Ostermaier, Dresden-Blasewitz
Müde vom vielen Schauen gönnen wir uns eine kurze Rast unter den alten Kastanien der geräumigen Aussichtsterrasse, die zwischen dem Hoflößnitzer Herrenhause und dem gemütlichen Weinschanke liegt, der sich in einem der alten Hofgebäude eingenistet hat. Zu einem Fläschchen Wein oder wenigstens Schoppen wäre schon der Durst vorhanden. Ob aber auch die nötigen Billionen, ohne die heutzutage niemand an so etwas denken darf? Mag die durstige Kehle dursten! Dafür trinkt das durstige Auge die Schönheit, die der Blick auf die liebliche Lößnitz zu unsern Füßen bietet, in vollen Zügen. Ein andrer Blick wieder, als vom Jakobstein über Wackerbarths Ruhe, die aus der Ferne noch einmal zu uns freundlich herübergrüßt, aber auch bezaubernd schön in seiner Art. Der um die Vervollkommnung des Lößnitzer Weinbaus hochverdiente Johann Paul Knoll, der »erste Winzer der Lößnitz«, dessen Bild in der Schankstube nebenan von der Wand herablächelt, durfte schon mit Recht singen:
»Hier steht das Helden-Hauß, das um und um mit Reben
Sehr lieblich ist umschrenckt. Die überschöne Flur,
Die selbsten angelegt die gütige Natur,
Kann keinem Lande nicht im wenigsten nachgeben.
Churfürst Johann Georg der Erste ließ es heben;
Der andre Churfürst drauff, des Reiches Cynosur,
Macht es zur Hofe-Stadt, damit auch hier die Spur
Zu sehen möchte seyn, wie Er vergnügt kann leben.