Im Jahre 1916 begann ein erneuter Abschnitt für den neuen Weinbau, nachdem bereits 1913, 1914, 1915 recht bedeutende Neuanpflanzungen der Herrn Günther, Dr. Goldschmidt, Wackerbarths Ruhe; Kammerherrn von Minckwitz, Niederlößnitz; Gasch und Fährmann in Rottewitz; Bahrmann, Seußlitz; Kupfer, Kossebaude, entstanden waren und ihre Entwicklung vorbildlich, die Erträgnisse in seltener Höhe ausfielen. Man muß diese Musterpflanzungen neuer Art gesehen haben. Das Jahr 1916 brachte für die Weiterentwicklung des Weinbaues die Erweiterung der Rebenveredlungsstation zu Schloß Hoflößnitz, die Übersiedlung des bis dahin in Meißen stationierten Weinbaulehrers und die Einrichtung von Musterweinbergen, für Sortenprüfung, Prüfung der Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten, Prüfung des Kellerergebnisses aus neueingerichteten Düngungsversuchen, Geräteprüfung und die Einrichtung laufender Lehrgänge über Weinbau, Kellerbehandlung der Weine und Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen.
Aufnahme von P. Georg Schäfer, Dresden
Abb. 2 Weinberge Wackerbarths Ruhe, Niederlößnitz
Diese Lehrgänge, vom Landesverband Sachsen für Obst- und Weinbau und der Lößnitzer Weinbaugesellschaft werden laufend gut besucht.
Aufnahme von P. Georg Schäfer, Dresden
Abb. 3 Winzerhaus im Weinberg Eckberg mit Jakobstein (zu Wackerbarths Ruhe, Niederlößnitz, gehörig)
Mit diesem Zeitpunkte wurde in Hoflößnitz die Anzucht veredelter Reben sehr gehoben. Neben den hier gewonnenen amerikanischen Unterlagsreben bezog die erweiterte Anstalt verschiedene Waggonladungen solchen Amerikanerrebenholzes aus den Rebenzuchtstellen Preußens zu Oberlahnstein und Engers und der Bayrischen aus Regensburg, der Badischen Augustenberg.