Da kam sie in eine furchtbare Wut; sie faßte mich an den Haaren und riß mich herum, gab mir etliche Ohrfeigen und stieß mich schließlich mit dem Schrei: „Geh nei zu dein Kerl, G’stell, verfluchts! Moanst vielleicht, i fürcht mi vor dem Bürscherl!“ in die Gaststube hinein.

Da sprang mein Verlobter auf, stürzte in die Küche hinaus und schrie: „Frau Zirngibl, dös is a Saustall, wie Sie mit meiner Braut umgehn! Schamen S’ Eahna! Sie führn Eahna ja auf wie a Zigeunerin!“

Mein Vater hatte mich, als ich so in die Stube flog, sogleich beim Arm gefaßt und trat nun mit mir in die Küche, als eben der Benno so laut das Benehmen der Mutter geißelte. Und als die Mutter gerade wieder begann zu toben, rief der Vater dazwischen: „Was is denn dös für a Wirtschaft! Kannst di jatz du gar net a weng eischränka, Muatta?“

Der Benno aber fluchte und rief: „Dös war ma dös Rechte! Sofort muß ma d’Leni aus’m Haus! Koa Minutn laß i’s mehr bei so ana Megärn! Dös war dö recht Zigeunerwirtschaft!“

Aber die Mutter fuhr ihn an: „’s Maul halten, Rotzlöffel! Dö bleibt ma da! Und wann’s ma net paßt, na derf s’ ma aa net heiratn! Dös kannt enk passen, scho vor der Trauung z’ammz’hocka in Konkubinat! Sie san a ganz a feiner, Sie Rotzer! Moanen S’ vielleicht, i kriag koan andern Schwiegersohn mehr als Eahna? Da brennan S’ Eahna! I ko mei Tochter gebn, wem i will, verstanden!“

In maßloser Wut hatte der Benno bei diesen Schmähungen gestampft und geflucht, jetzt aber faßte er mich rauh am Arm und schrie: „Marsch, du gehst ma sofort aus dem Haus, wannst willst, daß i di heirat!“

Da trat der Vater abermals dazwischen, drückte die Mutter auf einen Stuhl, schob den Benno in die Gaststube und schickte mich zu Bett; dazu sagte er bloß mit seltsam bewegter Stimme: „Bringt’s mi do net um alles! Mei ganz’ Renomee is beim Teufl durch enkern Saustall; seids g’scheit und hüt’s enker Zung! Geh Benno, gib aa wieder an Fried!“

Grollend ging der Benno wieder in die Stube, die Mutter machte einen kleinen Spaziergang in den Hof und ich ging zu Bett.

Am andern Tag schien alles wieder gut zu sein, und ich machte mich auf den Weg, meine Wohnung vollends zu richten.

Das war drei Tage vor meiner Hochzeit. Es gab immer noch viel zu tun, wenn ich alles gut instand setzen wollte, und ich arbeitete ohne Rast bis zum späten Nachmittag.