Schon wollte er mir den Apfel geben; da fiel ihm die Mutter in den Arm: „Was, grad von dö schönsten oan!“

Aber ungeachtet dieses Widerspruchs gab er mir ihn doch und meinte: „Laß dir’n nur guat schmecka! ’s isch viel g’scheiter e g’schenkter großer, als e g’stohlener kloiner! Wia leicht könnt’s Kindle ’s Stehla lerna scho im Mutterleib!“

Da gab sich die alte Frau zufrieden, und ich verzehrte den Apfel mit großem Behagen.

Etliche Tage später kaufte der Haslervater einen Korb voll Trauben und schenkte sie mir, indem er sagte: „Dia muaßt alle essa, daß d’ e saubers Kindle kriagsch’!“

Der Oktober ging seinem Ende zu, und ich richtete alles her, dessen man zum Empfang eines Kindleins bedarf, und stellte die gemalte und von der Haslermutter mit geblumten Vorhängen geschmückte Wiege in die Schlafstube und rückte die Ehebetten auseinander.

Am Allerheiligentag schon in aller Früh ziehen die Soldaten unter klingendem Spiel in die Kirche, das Namensfest unseres Regenten zu feiern, und aus allen Fenstern fahren die Köpfe, und ein jedes freut sich der Musik.

Als damals in der Früh die Böller krachten und die Soldaten sich rüsteten zum Fest, da rief ich dem Benno, der noch schlief, aus meinem Bette zu: „Benno, geh hol ma d’ Frau Notacker, i glaab, es werd was.“

Erschreckt fuhr mein Gatte aus dem Bett und in die Hosen; in der Eile aber brachte er das vordere Teil nach hinten, und ich mußte über den komischen Anblick trotz meiner Schmerzen herzlich lachen.

Unter vielen Ängsten, und nachdem er alles Erdenkliche angestellt hatte, seinen Hut verloren und sein Rad im Haus der Hebamme hatte stehen lassen, brachte er endlich die schon sehnlich Erwartete.

Geschäftig packte sie ihre große Tasche aus, bei welcher Arbeit ich ihr ängstlich zusah; denn ich konnte es immer noch nicht glauben, daß das Kind ohne jede Beihilfe von Messer oder Schere, ohne Leibaufschneiden hervorkommen könne.