Nachdem sie ihre Sachen geordnet und mein Bett zurechtgemacht hatte, sagte sie: „So, Herr Hasler, jatz lassn S’ an etlichs Paar Bratwürscht holn und a Flaschn Rotwei; d’Frau Hasler braucht a Kraft!“

Eilig lief der Benno, das Befohlene zu holen, und inzwischen kamen die Haslerischen und fragten, wie weit es noch wäre.

„A paar Stund no,“ erwiderte die Hebamme und fügte lachend bei: „Was leidt’s denn, wenn i an Bubn hol?“

„Sell kriagn ma na scho, Frauli!“ antwortete der Vater, und die Mutter meinte: „D’Hauptsach is, daß alls guat geht, ebbas werd’s scho sei!“

Um Mittag bemächtigte sich meiner eine große Unruhe, so daß ich aufstand und mich etwas ankleidete. Dann ging ich ans Fenster und sah hinab auf die vielen Menschen, die zur Parade gingen. Deutlich hörte ich das Wirbeln der Trommeln und hoffte, das Militär bei uns vorbeiziehen zu sehen, weshalb ich das Fenster öffnete, während mein Gatte sich lebhaft mit der Frau Notacker unterhielt.

Da fühlte ich plötzlich ein starkes Anstemmen des Kindes, und zugleich hatte ich das Gefühl, als müsse ich zerspringen.

„Frau Notacker, i moan, jatz ...“ mehr brachte ich nicht mehr heraus.

Drunten zog die Regimentsmusik vorbei mit Pauken und Trompeten, und Kinder jubelten und pfiffen; da mischte sich ein kreischendes Stimmlein in die Klänge des Militärmarsches — ich hatte einen Buben.

Nun herrschte Lust und Freud im Hause und ward die Taufe mit großem Pomp gefeiert und gab man dem Buben nach seinem Großvater die Namen Johannes Magnus.

Ich eile nun, zum Ende zu kommen; denn die letzten meiner Erinnerungen sind so traurig und peinlich, daß es der Leser mir nicht übel vermerken möge, wenn ich gewisse Zeitpunkte überspringe und in gedrängter Form die letzten Schicksale erzähle.