»Ich lege lieber nicht ab, Fräulein Elly. Es wäre kein angenehmer Anblick für Sie.«

»Warum denn?«

»Meine Arme sind bis zu den Schultern hinauf bandagiert. Ich habe Brandwunden auf beiden Armen und muß einen Rock ohne Ärmel tragen.«

»Lieber Gott! Was ist Ihnen denn zugestoßen?«

»Mein Zimmerkollege ist gestern abend dem Fenstervorhang mit der Kerze zu nahe gekommen, und das Zeug hat gleich Feuer gefangen. Wir haben die brennenden Stücke mit den Händen losgerissen, und dabei hab' ich mir die Brandwunden zugezogen. Sehen Sie!« Demba steckte die mit dem Taschentuch umwickelte Hand vorsichtig unter dem Mantel hervor.

»Lassen Sie die Hand! Bewegen Sie sie nicht!« rief Elly ängstlich. »Warten Sie, ich werde Sie bedienen. Bleiben Sie nur ganz ruhig.«

Sie nahm eines der belegten Brötchen, hielt es Demba vor den Mund und ließ ihn abbeißen.

Demba, der tagsüber nur zweimal Gelegenheit gefunden hatte, etwas zu sich zu nehmen, und das nur in aller Hast und bedrückt und behindert durch das Gefühl, beobachtet zu werden, aß jetzt mit Appetit und empfand lebhafte Genugtuung über den Erfolg seines Experiments. Als ihm die Tochter des Hauses auch eine Zigarette in den Mund steckte, fühlte er sich geradezu wohl. Er hatte, ein starker Raucher, den gewohnten Genuß den ganzen Tag über schwer entbehrt.

»Haben Sie Schmerzen?« fragte Elly.

»O ja,« sagte er. Die Knöchel taten ihm weh. Sie mußten durch den Druck der Stahlringe wundgerieben sein. Auch in den geschwollenen Fingern fühlte er ein Brennen und Stechen, als wühlten hundert Nadelspitzen in seinem Fleisch. Ein dumpfer Schmerz in seinem Oberarm zog sich bis an die Schultern.