»Die Sache ist die, daß ein anderes Lokal einfach nicht in Betracht kommen konnte. Dieses da empfahl sich sozusagen von selbst, schon wegen seiner außergewöhnlich günstigen Lage. Für alle Beteiligten leicht zu erreichen.« – Demba atmete auf. Jetzt war ihm endlich etwas eingefallen.
»Ich erwarte nämlich hier zwei Herren in einer sehr delikaten Angelegenheit,« flüsterte er geheimnisvoll. »Eine Ehrenaffäre, Sie werden es ja schon erraten haben. Eine sehr ernste Sache. Verflucht ernst! Die Herren sollten eigentlich schon da sein. Offiziere von den Einundzwanziger-Jägern.«
Er stand auf und ging unsicheren Schritts zur Türe.
»Kellner!« schrie er. »Haben nicht zwei Herren nach mir gefragt? Nach Herrn Demba. Stanislaus Demba. Ein Leutnant und ein Oberleutnant mit grünen Aufschlägen.«
Der Kellner wußte von nichts.
»Noch nicht?« fragte Demba und war wirklich erstaunt, enttäuscht und verdrießlich, weil die Herren noch nicht da waren. »Das wundert mich. Offiziere pflegen in solchen Dingen pünktlich zu sein.«
Er begann ungeduldig zu werden, sah nach der Tür und stampfte mit dem Fuß auf den Boden. Die beiden Offiziere kamen nicht. Demba entschloß sich, Dr. Fuhrmann in dieser heikeln Angelegenheit zu Rate zu ziehen.
»Wie lange bin ich eigentlich verpflichtet, auf die Herren zu warten?« fragte er.
»Lassen Sie mich in Ruhe!« sagte Dr. Fuhrmann grob und las in seiner Zeitung weiter.
»Wie meinen Sie?« fragte Demba scharf. Jetzt, da er sich plötzlich und höchst unerwarteterweise im Mittelpunkt einer Ehrenaffäre sah, war er nicht gesonnen, auch nur die geringste Beleidigung auf sich sitzen zu lassen. Er trat an Dr. Fuhrmann heran, fixierte ihn und stellte ihn zur Rede: