»Zwei,« zählte Horvath.
»Was wollen Sie denn von mir!« rief Demba. »Lassen Sie mich doch in Ruhe.«
»Drei!« rief Horvath. Seine Geduld war zu Ende. Er griff nach seinem Weinglas und schüttete den Inhalt Demba ins Gesicht. »So. Da haben Sie.«
Die Mädchen schrieen auf.
Demba fuhr in die Höhe. Er war totenblaß, der Wein strömte über sein Gesicht und blendete ihm die Augen. Er sah kläglich aus und lächerlich und furchtbar zugleich.
Der kalte Guß hatte ihn mit einem Male nüchtern gemacht. Er sah alles ganz klar. Eine brennende Scham stieg in ihm auf. Was hatte er getan, was hatte er geschwätzt! Wie war ihm das geschehen! Wie hatte er denen dort den Narren abgeben können und den Hanswurst den ganzen Abend hindurch! Sie hatten ihn verhöhnt, gereizt, wie einen Hund behandelt, und er hatte es geduldet, um Sonja sehen zu können, und jetzt stand er da, allen zum Gelächter.
Aber jetzt war's genug. Aller Groll, alle Wut, alle Enttäuschung, die er den ganzen Tag hindurch stumm hinunter gewürgt hatte, – das alles kam jetzt zum Ausbruch. Jetzt wollte er den dreien dort an die Gurgel.
Sie lachten! Sie lachten über ihn! Alle lachten sie. Nun sollten sie seine Fäuste spüren. Weiner zuerst mit seiner kinnlosen Fratze. Und dann der andere mit seinem Bulldoggengesicht und dann Horvath.
Er ging auf sie los, konnte nicht sprechen vor Zorn und Scham und Reue und hatte nur den einen Gedanken, sie alle drei mit bloßen Händen zu erwürgen.
Aber plötzlich blieb er stehen und biß stöhnend die Zähne zusammen. Seine Hände waren gefesselt! Seine Hände waren wertlos. Seine Hände mußten versteckt und verborgen bleiben.