Und er schrie zu Gott verzweifelt nach einer Waffe.
Gott gab sie ihm.
Demba stand vor den Dreien, keuchend vor Zorn, zitternd vor Rachgier, knirschend vor Mordlust und dennoch wehrlos, ohnmächtig, allen zum Gespött. Sie lachten über ihn, lachten aus vollem Hals, schüttelten sich vor Lachen über seinen hilflosen Zorn.
Und Weiner hatte, um nicht bei dem Spaß zurückzustehen, sein Weinglas in die Hand genommen und rief:
»Noch ein Glas gefällig? Zur Abkühlung!«
Da erklang plötzlich von der Türe her Sonjas helle Stimme:
»Um Gottes willen! Georg! Nimm dich in acht! Er hat einen Revolver in der Hand!«
18
Im nächsten Augenblick war Panik im ganzen Zimmer. Der Betrunkene hatte einen Revolver. In jäher Hast stoben alle auseinander und so groß war der Schreck, so groß die Verwirrung, daß keiner zur Tür hinausfand. Weiner ließ das Glas fallen, es zerbrach in Splitter und der Wein ergoß sich auf den Fußboden. Horvath rannte in kopfloser Flucht an Sonja an, stolperte und warf einen Sessel um. Als Dembas Blick auf ihn fiel, blieb er sogleich wie gebannt stehen und gab jeden Gedanken an Entkommen auf. Die beiden Mädchen hatten sich in die Fensternische geflüchtet und starrten, eng aneinander gepreßt, voll Entsetzen hinter den Falten des Fenstervorhanges hervor auf Demba, der in der Mitte des Zimmers stand, stumm, drohend und zur furchtbaren Tat entschlossen.
»Stanie! Was willst du tun?« rief Sonja angstvoll. Sie zitterte für das Leben Weiners.