»Nein!« sagte sie. »Es ist besser, wir lassen euch allein. Komm, Claire!«

»Enfin seul,« konnte sich Klara Postelberg zu bemerken nicht enthalten, als sie hinter Etelka Springer das Zimmer verließ. Der Praktikant blieb in seinem Winkel bei der Kopierpresse. Er verstand nur wenige Worte Deutsch, – erst vor drei Wochen war er aus seinem böhmischen Nest nach Wien gekommen – und so war eine Indiskretion von seiner Seite nicht zu erwarten. Außerdem war er eingeschlafen.

»Nun?« sagte Sonja, als sie allein waren.

Demba stand auf. »Wo bist du heute nacht gewesen?«

»Was geht das dich an?« fuhr Sonja ihn zornig an. »Übrigens war ich bei meiner Tante, die ist krank und wollte nicht die Nacht über allein bleiben.«

»Wo wohnt deine Tante? In der Liechtensteinstraße vielleicht?«

Sonja errötete. – »Nein. In Mariahilf. Wie kommst du auf die Liechtensteinstraße?«

»Sie fiel mir zufällig ein. Übrigens, sehr schwer krank scheint deine Tante nicht zu sein, sonst würdest du wohl kaum mit dem Weiner auf Reisen gehen.«

»Weht der Wind daher?«

»Jawohl. Daher.«