Etelka Springer schüttelte den Kopf.

»Unsinn!« sagte sie. »Dazu kenn' ich den Stanie zu gut. Der Revolver war sicher nicht geladen, und du hast dich ins Bockshorn jagen lassen.«

»Nein!« beteuerte Sonja. »Er hat ihn gar nicht gezeigt. Die ganze Zeit über hat er ihn unter dem Mantel versteckt gehalten. Durch einen Zufall hab' ich ihn zu sehen bekommen.« Sie begann von neuem zu schluchzen. »Warum habt ihr mich allein mit ihm gelassen? Ich hab' euch doch gebeten: Bleibt da! – Nie im Leben bin ich in solcher Gefahr gewesen.« – Sie zitterte noch immer an allen Gliedern.

Etelka Springer wurde nachdenklich.

»Er ist ein gewalttätiger Mensch, das ist richtig,« sagte sie. »Und sehr leicht erregbar. Aber –« Sie unterbrach sich. »Auf jeden Fall mußt du den Weiner benachrichtigen.«

»Er kommt erst am Abend nach Wien. Er hat mir eben telephoniert, daß er zu seinen Eltern nach Mödling fährt.«

»Den Revolver müssen wir dem Stanie abnehmen. Im Guten oder, wenn's nicht anders geht, mit Gewalt,« sagte Etelka Springer. »Wo ist er denn jetzt?«

»Ich weiß nicht. Er ist fortgegangen.«

»Aber nein. Dort hängt doch noch sein Hut.«

Wahrhaftig! Stanislaus Dembas breitkrempiger Filzhut hing noch immer am Kleiderhaken.