Helles Tageslicht flutete in das Zimmer.

Demba trat vor den Spiegel, der die Tür des Kleiderkastens und das Prunkstück des dürftig möblierten Zimmers bildete. Er besah sein Spiegelbild und nickte mit dem Kopf. Die Pelerine schien seinen Beifall zu finden.

»Jesses, Sie sind's, Herr Demba!« rief Frau Pomeisl, die ihn erst jetzt erkannte. »Wenn ich gewußt hätt', daß Sie zu Hause sind. Ich hab' geglaubt, Sie sind fort. Den Moment hat Sie der Geldbriefträger gesucht.«

»Der Geldbriefträger? Ist er fort? Sie haben ihn doch nicht fortgehen lassen?« schrie Demba.

»Nein. Er ist hinauf in den vierten Stock gegangen. Er muß gleich herunterkommen. Er hat einen Geldbrief für Sie.«

»Das ist gut. Dann werd' ich hinausgehen und ihn abpassen.« Stanislaus Demba wandte sich zu Miksch und lachte. »Der Herr Weiner wäre erledigt. Es ist das Geld von dem Schundverleger, dem ich seinen Roman ins Polnische übersetzt habe. Einen Kolportageroman für Dienstmädchen in vierhundert Lieferungen à zwanzig Heller, in jeder Lieferung ein Raubmord oder eine Brandstiftung oder eine Hinrichtung oder eine Kindesunterschiebung – er bietet jedem Geschmack etwas. Ich sollte mich eigentlich schämen, aber Sie wissen, Miksch: Non olet. Und er läßt mich nicht mal lang auf mein Geld warten. Diese Wilden sind doch bessere Menschen.«

»Und nun kommt das Geld gerade heute. Sie haben wahrhaftig Glück, Demba!«

»Glück? – Verdammtes, elendes Pech habe ich!« schrie Demba. »Warum konnte das Geld nicht gestern kommen. Lieber Gott, wenn es gestern gekommen wäre!«

»Nun, und worin läge der Unterschied?«

»Daß ich vielleicht einen ruhigeren Tag vor mir hätte, heute – weiter nichts,« sagte Demba und starrte zu Boden. Dann gab er sich einen Ruck: