»Fragen Sie nicht soviel. Sie können sich das nicht vorstellen? Sie werden mich mit Ihrer verdammten Phantasiearmut noch ärgerlich machen. Man muß Ihnen alles lang und breit erklären. Also: Es ist windig. Der Hut fliegt mir auf das Stadtbahngeleise. Ich lauf' ihm nach und will nach ihm greifen – da kommt der Stadtbahnzug. – Manchmal ist es besser, die Hand nicht auszustrecken, wenn man nicht unter die Räder geraten will, Miksch!«

»Sie müssen sich gleich einen neuen Hut kaufen, Demba. Jetzt haben Sie ja Geld.«

»Nein,« sagte Demba, »ich habe kein Geld.«

»Ist der Briefträger nicht gekommen?«

»O ja,« sagte Demba.

»Oder war das Geld am Ende gar nicht für Sie bestimmt?«

»Doch. Es gehörte mir. Aber –«

Ein Wutanfall kam über Stanislaus Demba. Er stieß wie irrsinnig nach Frau Pomeisls rotem Plüschfauteuil, und starrte dann im Zimmer umher nach etwas, was er in Trümmer schlagen könnte. Frau Pomeisls seidengestickter Ofenschirm, auf dem die Legende der heiligen Genoveva dargestellt war, hatte das Unglück, Dembas Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Er erhielt einen Fußtritt, stürzte ächzend zu Boden und starb den Märtyrertod. Das schien Herrn Demba soweit zu beruhigen, daß er in seinem Berichte fortfahren konnte.

»Er hat mir das Geld nicht geben wollen!« tobte er. »Nur gegen Unterschrift! Er hat mich zwingen wollen, seinen schmutzstarrenden Tintenstift in die Hand zu nehmen, sein klebriges Buch anzufassen, und meinen Namen auf eine schmierige Stelle darin zu setzen. Sonst könne er mir das Geld nicht geben, hat er gesagt. Mein Geld, hören Sie, Miksch? Mein Geld!«

»Nun, und?«