»Ich lasse mir nichts erpressen,« sagte Demba. »Ich habe nicht unterschrieben.«

6

»Dreizehn vier sechsundfünfzig! – Nein, Fräulein, dreizehn vier sechsundfünfzig. Sechsundfünfzig, Fräulein! Sechsundfünfzig! Sieben mal acht. – Ja. – Wer dort, bitte? Ja? – Ich bitte, kann ich vielleicht mit Fräulein Prokop sprechen? Prokop. Pro–kop. Steffi Prokop. Ja. Ich werde warten.«

»Steffi? – Ja? – Endlich! Gott sei Dank! Eine Viertelstunde lang hab' ich keine Verbindung bekommen. Hier Stanislaus Demba. – Ja. – Grüß dich Gott. Steffi, hör' zu: Ich habe mit dir zu sprechen. Womöglich gleich. Geht's nicht? Lieber Gott, erst mittag? Geht es nicht doch jetzt, vielleicht läßt dich dein Chef – nein? Herrgott, hat sich heut alles gegen mich verschworen? Also mittag, in Gottesnamen. Sind wir dann wenigstens allein? Ungestört? Gut. Ich werde kommen. – Das kann ich dir durchs Telephon nicht sagen. Ja, natürlich werd' ich dir's erzählen, deswegen komme ich ja zu dir. Nein, durchs Telephon geht's wirklich nicht. Es steht einer draußen und hört jedes Wort, und ist schon sehr ungeduldig, weil er so lange warten muß. Ich läut' jetzt ab. Also um zwölf Uhr. – Nach zwölf. – Gut. – Gut. Grüß dich Gott, Steffi!«

Stanislaus Demba trat auf die Straße und ließ einen kleinen, dicken Herrn, der ihn wütend anblickte und unverständliche Beleidigungen murmelte, in die Telephonzelle. Als er ein paar Schritte gegangen war, wurde er von der andern Seite der Straße angerufen.

»Grüß Sie Gott, Demba! Wohin des Wegs? Warten Sie, ich komme ein Stück mit Ihnen.«

Demba wartete. Willy Eisner kam herüber.

Demba nickte ihm flüchtig zu.

»Was ist denn mit Ihnen? Sind Sie denn nicht mehr in Ihrer Bank, daß Sie vormittags spazieren gehen können?« fragte er.

Willy Eisner machte einen Zug aus seiner Zigarette und blies den Rauch von sich.