»Was gibt's denn, Afferl! Mir scheint gar, du weinst! Was ist dir denn geschehen?«
Herr Stephan Prokop war so plötzlich ins Zimmer getreten, daß Demba nicht Zeit gefunden hatte, die Hände unter den Mantel zurückzuziehen. Der Student blieb steif auf seinem Sessel sitzen und fand für den Augenblick unter der Tischplatte ein Notasyl für seine Hände.
»Hat's was gegeben zwischen euch?« erkundigte sich Herr Prokop bei Demba.
»Nichts hat's gegeben,« sagte Demba hastig. »Steffi weint, weil mein kleiner Hund überfahren worden ist; das hat sie so aufgeregt.« Er sah mit großem Unbehagen, daß Herr Prokop sich dem Sofa näherte, von dem aus man unter die Tischplatte sehen konnte.
»Überfahren?« fragte Prokop.
»Ja. Von einem Fleischerwagen.« – Dembas Hände suchten Deckung hinter einer Stuhllehne zu gewinnen, mußten sich jedoch, da Herr Prokop seinen Rundgang durchs Zimmer plötzlich unterbrach, und er vor ihm stehen blieb, eilig wieder unter die Tischplatte zurückziehen.
»Das hab' ich gar nicht gewußt, daß Sie einen Hund haben, Herr Demba. Wie Sie noch bei uns gewohnt haben, ich erinnere mich noch ganz genau, da haben Sie doch Hunde auf den Tod nicht ausstehen können?« – Herr Prokop legte sich auf das Sofa.
»Er ist mir zugelaufen,« sagte Demba. Der Raum unter der Tischplatte erwies sich als ein Zufluchtsort von zweifelhaftem Wert.
»Wie hat er denn ausgesehen?« wollte Herr Prokop wissen.
»Ein kleiner, braungefleckter Pinscher. Erinnern Sie sich denn nicht, ich hab' ihn doch mal hergebracht,« erzählte Demba und versuchte, die breite Lehne eines Stuhles zwischen sich und Herrn Prokop zu bringen.