Nach einer Weile tappte der Schnauz zu ihr, berührte sie mit der Pfote. Und da sie reglos blieb, legte er sich in die Zimmermitte, Kopf auf den vorgestreckten Pfoten. Drehte hin und wieder, ohne den Kopf zu heben, die Augen zu ihr hin.
„Plötzlich kommt der Zug angerast ... angerast. Zermalmt er mich? Wohin springe ich? Es war total finster.“
„Allmächtiger!“ rief die Tante. Und Elisabeth: „Ich wäre vor Schreck gestorben.“ Dabei lächelte sie und horchte gespannt; ihre grauen Augen schienen zu sehen, wie das Eisenungetüm den Menschenkörper zermalmte. Unter der zarten Haut ihres Halses tickte der Herzschlag.
Jürgen unterdrückte die Genugtuung und sagte leichthin, auch er habe geglaubt, seine Haare seien weiß geworden.
„Und das erzählt er so, als ob er selbst gar nicht daran beteiligt gewesen wäre“, sagte Elisabeth, mit anerkennendem Wechselblick zwischen Jürgen und der Tante, die sich aufrichtete, einen geradeliegenden Kaffeelöffel geradelegte und glatt heraus sagte: „An allem ist nur dieses Mädchen schuld.“
„Aber Tante, sprich nicht von Dingen, die du nicht verstehst.“
„Und wenn du überfahren worden wärest!?“
„Nun, nun, ich brauchte mich ja nur eng gegen die Mauer zu pressen, was konnte da viel passieren ... Natürlich“ – und er sah heiter lächelnd Elisabeth an – „denkt man in so einem Augenblick nicht an das Nächstliegende.“
„Das eine weiß ich: dein ganzes Unglück ist dieses Mädchen.“
Geschmacklos ist sie nicht, dachte Jürgen, da Elisabeth sich sofort auf Katharinas Seite stellte durch ein Lächeln des Einverständnisses mit ihm. „Das sollten Sie nicht sagen; Katharina ist doch immerhin ein ungewöhnlicher Mensch, den man nicht mit dem gewöhnlichen Maße messen darf.“